Mittwoch, 28. März 2018

28. März 1918


„Inzwischen war genügend Artillerie und Munition eingetroffen, so daß am 28. März der Angriff nach Artillerievorbereitung fortgesetzt werden konnte.
In der Nacht wurde das Regiment zum Angriff aufgebaut. Nach etwa zweistündigem Artilleriefeuer traten 8.30 Uhr vormittags 3 – 4 Divisionen zum Angriff an. Nach kurzem Feuergefecht wurde der Graben gestürmt und vom Regiment etwa 150 Englän-der gefangen. Weiter ging es bis an die Straße Hénin-sur-Cojeul – Neuville – Vitasse. Dort kam der Angriff zum Stehen. Die englische Artillerie war scheinbar noch im Stellungswechsel begriffen; sie schoß kaum. Dafür bekamen die Angreifer starkes M.-G.-Feuer aus großer Entfernung, ohne daß es möglich war, die Schützen zu finden und zu bekämpfen. Besonders viel Verluste verursachte ein Engländernest auf der Höhe am rechten Flügel des Regiments, dessen Besatzung sich außerordentlich tapfer wehrte und aushielt, bis sie von unserer Begleitbatterie hinausgeschossen wurde. Gegen Abend verstummte das Feuer, der Gegner baute ab. Das Regiment ordnete die Verbände; II. und III. Bataillon wurden zu einem Bataillon unter Führung des Oberleutnants Stark zusammengesetzt und blieb die Nacht über in der erreichten Stellung. Das Regiment hatte am 24. und 28. März besonders durch M.-G.-Feuer schwer gelitten. 37 Offiziere und 1000 Mann hat es an diesen beiden Gefechtstagen verloren. Darunter zwei Bataillonskommandeure (Hauptmann Irle tot und Major Benzinger verwundet) und fast alle Kompagnieführer. So seiner besten Führer und fast der Hälfte seiner Mannschaften beraubt, war das Regiment nicht mehr verwendungsfähig und mußte als Divisions-reserve herausgezogen werden.
Die große Offensive hat hier an dieser Nebenfront ihren Abschluß gefunden; der Stel-lungskrieg begann wieder.ׅ“


aus: „Das Württembergische Reserve-Inf.-Regiment Nr. 121 im Weltkrieg 1914–1918“ Stuttgart, 1922

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