Sonntag, 24. Februar 2019

24. Februar 1919



„Der Februar, der sonst ohne besondere Vorfälle verlief, brachte in bezug auf die Möglichkeit des Abtransports eine neue Enttäuschung. Am 11. Februar war bekannt-gegeben worden, daß zum Abtransport der in Odessa befindlichen deutschen Truppen der Dampfer „Stambul“ zur Verfügung stehe. Sogleich wurde mit allen verfügbaren Mannschaften und Mitteln der Ausbau dieses Schiffes betrieben. Die Batterie beteiligte sich dabei durch Anfuhr von Bauholz, außerdem wurden die Handwerker den Pionieren zum Ausbau zur Verfügung gestellt.
Am 17. Februar war der Ausbau vollendet, Kohlen waren an Bord genommen, die defekte Maschine durch eine neue ersetzt, das beschädigte Steuer sollte noch auf dem Trockendock in Nikolajew repariert werden, da wurde uns mitgeteilt, daß infolge beson-derer Verhältnisse zunächst sächsische Truppen in Nikolajew mit „Stambul“ abbefördert werden sollten. Von den Odessaer Truppen kamen nur 200 Mann zur Mitfahrt in Frage. Der Kopfstärke entsprechend entfielen auf die Batterie 8 Mann, die am 26. Februar mit dem Schiff nach Nikolajew fuhren, dort übrigens bis Mitte März liegen blieben, da die Reparatur lange Zeit in Anspruch nahm.
Einen schmerzlichen Verlust erlitt die Batterie durch den Tod des Kanoniers Eck, der, am 18. Februar an Fleckfieber erkrankt, am 28.* im städtischen Krankenhaus in Odessa starb. Er liegt, fern der Heimat, auf dem Friedhof in Odessa begraben. Ein weiteres Umsichgreifen der gefährlichen Seuche konnte glücklicherweise durch energische Vor-beugungsmaßregeln verhindert werden.“

aus: „Das Württembergische Landwehr-Feld-Art.-Regiment Nr. 1 im Weltkrieg 1914–1918“ׅ, Stuttgart 1922

* Georg Eck verstarb laut Kriegsstammrolle der 6./Lw.-FAR 1 am 24. Februar 1918

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