Donnerstag, 22. Januar 2015

22. Januar 1915


„Johann Gehring

KRIEGSFRE. 3./BR. ERS. BATL. 53                                                                     †22. JANUAR 1915
Geb. 25. 1. 97 in Bamberg, Heimat in Ochsenhausen, Sem. Saulgau seit 1911, rückte am 11. Sept. 1914 als Kriegsfreiwilliger nach Ravensburg ein und kam im November in den Priesterwald. Ein beredtes Zeugnis seiner Begeisterung, wie es ihn losreißt von der liebenden Mutter Hand, gibt sein Gedicht „Der Freiwillige“. In kindlicher Einfalt schreibt der noch nicht Achtzehnjährige: „Er, der die Welt regiert, leitet auch mein Schicksal und er wird es schon recht machen. Sollte ich nun fallen, liebste Mutter, so gräme Dich nicht zu sehr. Mache Dir keine Vorwürfe: Ich hätte ihn nicht gehen lassen sollen, nein, bete für mich! Denk, eines von meinen Kindern habe ich versorgt, gut versorgt. Wer weiß, wie ich später einmal sterben würde. Denk an jene Tausende von Witwen und Waisen, die ihren Ernährer verloren haben. Ich gehe ja nur zum Vater und warte, bis Du, liebe Mutter, nachfolgst. Bleibe gesund und lebe gerne bis der lb. Gott Dich holt“. Am Hexenkessel, dem höchsten Teil des Priesterwaldes, der Stelle, wo die Franzosen andauernd vordrängten, fiel der begeisterte Jüngling am 22. Januar durch Schrapnellschuß in den Kopf. Er ruht auf dem Soldatenfriedhof am Westausgang von Vilcey sur Trey.“

aus: „Ehrenbuch  der im Weltkrieg gefallenen kath. Lehrer Württembergs“, Biberach an der Riß 1927

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