Donnerstag, 1. Januar 2015

1. Januar 1915


„Für den 1. Januar 1915 beabsichtigte der Kommandierende General mit der 26. Inf.-Division und im Zusammenwirken mit den beiden Nachbardivisionen (35. rechts, 25. links) die feindliche Stellung zu durchbrechen. Bei der Artillerievorbereitung letzterer Division mußte ein Teil der zur 26. Inf-Division gehörenden schweren Artillerie mitwirken. Sie wurde dadurch erst nach 11 Uhr vormittags für die 26. Inf.-Division frei. So konnte die Artillerievorbereitung des eigenen Angriffs der Division erst spät beginnen. Bei der Kürze des Tages konnte daher der Einbruch in die feindliche Stellung erst zu einer Zeit durchgeführt werden, wo die Dämmerung nicht mehr lange auf sich warten ließ. Doch sollte es überhaupt anders kommen.

Gleich nach Beginn der Artillerievorbereitung räumte das I. Bataillon wegen Beschießung durch eigene schwere Artillerie seine vorwärts von Gut Zakrzew gelegene Stellung und erlitt beim Zurückgehen auf das Gut durch feindliches Infanterie- und Maschinengewehrfeuer Verluste. Eine sofort von der Division angeordnete Einstellung des Feuers unserer eigenen Batterien und Nachprüfung konnte, wie so oft in derartigen Fällen, keine einwandfreie Klärung des Sachverhalts bringen. Von seiten der Nachprüfenden wurde behauptet, es habe sich um Feuer feindlicher schwerer Artillerie aus Richtung Leonow gehandelt. Das II. Bataillon nahm dann seine Stellung vorne wieder ein und die Artillerievorbereitung ging weiter. Insbesondere wurde das hinderliche Vorwerk Zylin kräftig beschossen, wogegen die feindlichen Gräben jenseits der Sucha nicht so bedacht werden konnten, wie angesichts der Stärke der Stellung erwünscht gewesen wäre. Um die Mittagszeit ging das I. Bataillon in die Vorstellung vor, ohne große Verluste zu erleiden. Nach Einbruch der Dunkelheit wurde eine weitere Stellung, etwa 200 Meter weiter vorwärts, angelegt und zur Verbindung zwischen II. und I. Bataillon die 9. Kompagnie eingesetzt.“
 
 

aus: „Das Grenadier-Regiment „Königin Olga“ (1. Württ.) Nr. 119 im Weltkrieg 1914-1918“, Stuttgart 1927

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