Freitag, 14. August 2015

14. August 1915


„Am 11., 12. und 13. August ging der Marsch weiter über den Tscherwonibur, Modsele, Lady-Polnie, Menshenin auf Salieske Labenskoje. Das Regiment war dabei teils Vorhut, teils Seitenkolonne der Division. Das Überschreiten des Tscherwonibur war sehr anstrengend gewesen, besonders für die Zugpferde. Das III. Bataillon machte in einem unbedeutenden Gefecht an der Jablonka unterwegs 170 Gefangene. Die Russen leisteten nirgends viel Widerstand, erst bei Salieske Labenskoje nahmen sie in befestigter Stellung unseren Angriff an. Aber die Vorhut, das III. Bataillon, erstürmte die Höhen 145 und 141 nordwestlich Salieske Labenskoje und machte dabei 3–400 Gefangene; das II. Bataillon besetzte den Waldrand weiter südlich, dem Dorf gegenüber; das I. Bataillon blieb in Reserve.
Links neben das II. Bataillon sollte ein sächsisches Bataillon kommen, es gelangte aber nicht ganz auf dessen Höhe vor, sondern blieb rückwärts gestaffelt.
Am 14. August versuchten die Russen, die an das III./R. 120 verlorenen Höhen wieder zu gewinnen. Achtmal griffen sie an, der Regimentskommandeur sandte dem III. Bataillon 3 Kompagnien des I. Bataillons zur Unterstützung, ebenso die M.-G.-Kompagnie. Acht feindliche Angriffe brachen im deutschen Feuer zusammen; Massen russischer Leichen lagen vor unserer Front. Die Russen waren immer und immer wieder in geschlossenen Zugkolonnen angelaufen; 4 Regimenter Warschauer Garde und Sibirier hatten sie nacheinander eingesetzt, aber unerschüttert hielten die Württemberger stand.
Das sächsische Bataillon links rückwärts von uns berichtete der Brigade von den harten Kämpfen. Voll Sorge und Bangen fragte diese beim Regiment an, wie es stehe. Da telephonierte der Regimentskommandeur zurück: „Wir haben bis jetzt 7 russische Angriffe abgewiesen, nochmal sieben bringen die Russen nicht fertig, und was sie noch fertig bringen, das weist R. 120 halt auch noch ab.“
Die Verluste des Regiments betrugen 3 Offiziere und 160 Mann im ganzen, die der Russen einschließlich der Gefangenen reichlich 50 Prozent ihrer Stärke.“


aus: „Das Württembergische Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 120 im Weltkrieg 1914–1918“ Stuttgart, 1920

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