Freitag, 21. August 2015

21. August 1915


„Am 16. geht der Vormarsch weiter. Die russischen Divisionen sind zu einem ernsten Widerstand nicht mehr fähig und scheinen so rasch wie möglich sich auf das nördliche Bug-Ufer zurückziehen zu wollen.
Am 16. hofft man auf Ortsbiwak in Biala. Noch in der Nacht kommt der Befehl zum eiligen Weitermarsch, und schon um 3.30 Uhr vormittags (am 17.) wälzt sich die Marschkolonne der Division auf der Straße Biala–Janow an den Bug heran.
Der Feind hat den Fluß bereits überschritten und sich auf dem Nordufer verschanzt. Die Division schiebt sich bei Janow an das Südufer und beginnt die Erkundungen für den Übergang. Am 18. abends stehen die Regimenter bereit. Das Füsilier-Regiment soll zunächst dem Gegner nur einen Übergang vortäuschen, um möglichst viel feindliche Kräfte auf sich zu ziehen.
Aber aus dem Scheinübergang wird ein wirklicher Uferwechsel. Bei Tagesanbruch ist I. und II. Bataillon auf dem Nordufer. Der Feind weicht nach Osten zurück. Der rechte Flügel der Füsiliere kann noch das Dorf Orla erreichen, und am 20. wird der Feind über die Pulwa geworfen. Nun aber gibt’s harte Kämpfe.
Der setzt sich mit aller Energie im Dorfe Ogorodniki fest und hält hier die Verfolgung mehrere Tage auf.
Zwar jagt ein Divisionsbefehl den andern, der den sofortigen Angriff und Sturm anordnet. Allein auch der Russe schießt, und seine Maschinengewehre sind stärker als die tapfersten Stürmer. Der Angriff will nicht gelingen.“



aus: „Das Füsilier-Regiment Kaiser Franz Joseph von Österreich, König von Ungarn (4. württ.) Nr. 122 im Weltkrieg 1914–1918“, Stuttgart 1921

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