Donnerstag, 27. August 2015

27. August 1915


„Ruhig verflossen die folgenden Monate, d. h. was man an der Westfront eben unter Ruhe verstand. Tagsüber veranstaltete die englische Artillerie ihre Schießübungen und lernte allmählich ihre Geschütze meistern. Nachts schnatterten die zahlreichen Maschi-nengewehre und spritzten ihre Kugelsaat umher. Die englische Infanterie, anfangs vorsichtig und zurückhaltend, wurde immer kühner und verwegener und ihre Patrouillen lagen mit den unsern in ständigem Raufen. Immer wieder gab es Tote und Verwundete. Ununterbrochen ging die Arbeit weiter. Neue Gräben entstanden, neue Stollen wurden miniert. Vor Beaucourt entstand die Feste „Alt Württemberg“, hinter Beaumont am Weg nach Beaucourt die „Grallsburg“, benannt nach dem früheren Führer des Res.-Reg. 99, Oberst Grall, auf Höhe 143 die starke „Feste Soden“, die nach dem Divisions-kommandeur getauft wurde. Von Baillescourt nordwärts zog sich die zweite Linie, die „Nordwerke“. Ohne Unterlaß wurde geschanzt und gegraben, zum großen Verdruß der Infanteristen, die nie zur Ruhe kamen.“


aus: „Das Württembergische Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 119 im Weltkrieg 1914–1918“, Stuttgart 1920

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