Mittwoch, 27. Januar 2016

27. Januar 1916


„Einleben. Wir mußten mit Spaten und Schöpfeimern den zähen, schuhtiefen Schlamm der Gräben bekämpfen und mit Pumpen die Unterstände einigermaßen trocken legen. Die tägliche Arbeitszeit mußte auf 7½ Stunden festgesetzt werden, um neben den Wiederherstellungsarbeiten vor allem das Minieren von schußsicheren Unterständen energisch aufnehmen zu können.
Daneben wurde die Aufklärung durch Grabenbeobachtung und Patrouillen eifrig betrieben. Jede Nacht wurden im Regimentsabschnitt zwei Patrouillen, je eine Offiziers- und eine Unteroffizierspatrouille, gemacht. Meist verliefen sie unblutig, obwohl manche Streifgänger über das feindliche Hindernis weg zu den Sappenköpfen vordrangen, denn der Gegner war wenig rührig. Am 26. Januar hatte eine Patrouille der 12. Kompagnie unter Leutnant Schumm den ersten Zusammenstoß mit dem Gegner am Franzosenbusch vor M (später J), wobei Landsturmmann Nestle tödlich verwundet wurde. Leutnant Ludwig, 12. Kompagnie, der zufällig in der Nähe war, eilte der Patrouille zu Hilfe. Mit Hurra wurde der Franzosenbusch gestürmt, doch der Gegner riß aus und wurde bis zum feindlichen Hindernis verfolgt.“


aus: „Das Württembergische Landw.-Inf.-Regiment Nr. 122 im Weltkrieg 1914–1918“, Stuttgart 1923

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