Sonntag, 3. Januar 2016

3. Januar 1916


„Die allgemeine Lage in den Südvogesen hatte sich seit dem Abrücken der Württ. Gebirgs-Kompagnie Nr. 1 nicht geändert. Einzelunternehmungen an bevorzugten Punk-ten, wie Hartmannsweiler Kopf, Hilsenfirst, am Mättle bei Landersbach, hatten nur lokale Bedeutung. So mancher Gebirgsschütze, der vor einem Vierteljahr aus Flandern, aus den Argonnen oder von anderen Plätzen mit viel „dicker Luft“ nach Münsingen gekommen war, konnte sich über die Ruhe im Bataillonsabschnitt nicht genug wundern. Allerdings lag auch ausgedehntes Niemandsland zwischen den beiden Linien. Die französische Stellung zog sich, die deutsche stark überhöhend, von Hilsenfirst Süd zurück zum sogenannten „Französischen Köpfle“, dann dem Staatswald entlang herun-ter ins Lauchtal; die deutschen Gräben verließen ebenfalls auf Hilsenfirst die Nahkampf-zone und liefen den Hilsenfirst-Osthang abwärts zum Hilsenwäldchen und am Westrand des Probsteiwaldes als Winkel- und Kapellenstellung hinab nach Sengern. Zwischen beiden Linien, die im Mittel etwa 900 m entfernt waren, lag verlassen und halb zer-schossen ein ärmliches Hochvogesendorf: Remspach. Reger Streifendienst im Vorfeld sorgte zunächst einmal dafür, das Niemandsland von der „Konkurrenz“ zu säubern. Die französische Artillerie antwortete darauf mit stärkerem Artilleriebeschuß, der besonders dem Nachschub galt und vereinzelt Verluste verursachte.“



aus: „Die Geschichte der Württembergischen Gebirgsschützen“ׅ, Stuttgart 1933

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