Sonntag, 31. Januar 2016

31. Januar 1916


„Die in der Stellung des Regiments gelegenen Dörfer Enschingen, Brüningshofen, Niederspechbach und Heidweiler wurden Anfang Januar von ihren letzten Einwohnern geräumt; zum größten Teil war dies schon früher geschehen. Im Februar mußten auch aus Illfurt, Zillisheim, Tagolsheim, Walheim, Fröningen, Aspach, Altkirch und Galfingen die Bewohner abziehen.
Es war ein Bild des Jammers, diese Einwohner, die Haus und Hof verlassen mußten und wenig nur von ihrem Hab und Gut mitnehmen konnten. Unsere schwäbischen Landwehrleute fühlten nicht nur Mitleid mit den alemannischen Stammesvettern, es drängte sich auch der Gedanke auf: Gott sei Dank, daß der Krieg mit seinem Grauen unsere Heimat, unser Weib und Kind, verschont hat.
Über den Zustand der neuen Stellung meldete das Regiment der Brigade unterm 10. Januar 1916 folgendes:
„Die erste Feuerlinie ist teilweise noch nicht vollständig ausgebaut. Andernorts ist sie zwar fertig, aber zu schwach und zu hoch angelegt. Schützenauftritte fehlen vielfach.
Die zweite Feuerlinie ist an manchen Stellen noch gar nicht vorhanden, andernorts mangels jeder Verschalung wieder eingerutscht. An zahlreichen Punkten ist sie versumpft.
Die Verbindungsgräben und Annäherungswege stehen meist unter Wasser und sind zerfallen.
Die Zahl der Unterstände genügt nicht annähernd; die vorhandenen sind schlecht gebaut und daher vielfach wieder eingestürzt. Das Drahthindernis ist an den meisten Stellen zu schmal.“
Unter solchen Umständen hieß es eben für das Regiment wieder wie vor acht Monaten bei Sennheim tüchtig arbeiten und bauen. Und diese anstrengende Tätigkeit währte Tag und Nacht fort bis Mitte Februar. Aber auch drüben die Franzosen schanzten tüchtig und schossen wenig, so daß unsere Verluste von Anfang des Jahres bis zum 20. Februar im ganzen nur 22 Mann betrugen, darunter 8 Mann durch eine einzige Granate.“


aus: „Das Württemberg. Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 126 im Weltkrieg 1914–1918“, Stuttgart 1921

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