Samstag, 20. Februar 2016

20. Februar 1916


„Es waren vorwiegend ältere Mannschaften der Fußartillerie, der Feldartillerie und der Marine, die sich in der alten Zeughauskaserne einstellten, um sich in den folgenden Tagen zunächst mit dem Fuß- und Geschützdienst, sowie mit dem Gewehr von neuem vertraut zu machen. Das Bataillon gehörte zur Kriegsbesatzung der Festung Ulm und beteiligte sich in der ersten Zeit seines Bestehens an der Armierung dieses Platzes, bis diese durch Gouvernementsbefehl vom 28. August 1914 eingestellt wurde. Sein erster Kommandeur war Major Riedel, dem Oberleutnant Ganzhorn als Adjudant zur Seite stand. Bereits Ende August wurde das Bataillon mobil und erfuhr, daß es zur Besatzung der belgischen Festung Namur zu treten habe, die am 24. August nach kurzer Belagerung kapituliert hatte. So kam schwäbische Landsturm-Fußartillerie früher als die meisten anderen schwäbischen Landsturmtruppen ins Feld. Am 10. September, 6.15 Uhr abends, fuhr das Bataillon in einer Stärke von 33 Offizieren und 633 Unteroffizieren und Mannschaften von Ulm ab. Am 16. traf es nach langer, umständlicher Fahrt über Heidelberg – Mannheim – Koblenz – Trier – Lüttich – Huy in Namur ein. Namur, am Zusammenfluß der Maas und der Sambre gelegen, war in den Jahren 1889 bis 1891 von dem belgischen General Brialmont, dem größten Kriegsbaumeister seiner Zeit, zu einer erstklassigen Festung ausgebaut worden. Neun Forts umgeben in weitem Kreis die Stadt. Nach dem Fall von Lüttich war diese belgische Festung vom XI. Armeekorps und dem Garde-Reservekorps von Norden und Osten her angegriffen und nach Zuziehung der schweren Artillerie aller Kaliber unter dem Befehl des Generals v. Gallwitz nach fünftägiger Belagerung genommen worden.
Hier blieb das Bataillon, von kurzen Unterbrechungen abgesehen, mit andern Land-sturmtruppen zusammen als Kriegsbesatzung bis Juli 1917.“


aus: „Landsturm vor! Der mobile württembergische Landsturm im Weltkrieg 1914–1918“, Stuttgart, 1929

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