Sonntag, 5. Juni 2016

5. Juni 1916


„Am 5. Juni liegt von 12.30 Uhr vormittags ab starkes feindliches Feuer auf der ganzen Stellung, das gegen 3 Uhr vormittags besondere Heftigkeit annimmt. Trotzdem wird mit Aufwand aller Kräfte und verfügbaren Mitteln am Drahthindernis, an der Ausbesserung der schwer beschädigten Brust- und Rückenwehren, am Aufräumen der eingeschütteten Gräben und an den Annäherungswegen weitergearbeitet.
Die feindlichen Gräben waren damals nach der Meldung unserer unermüdlichen Patrouillen immer stark besetzt.
Abends zogen Leute der 1. M.-G.-K. noch einen sehr erschöpften englischen Haupt-mann aus einem zerschossenen Unterstand, wo er seit 2 Tagen ohne Verpflegung lag und vergeblich versucht hatte, zu den Seinen zu kommen. Unsere Grenadiere gaben ihm zu essen, von den Offizieren der 1. M.-G.-K. erhielt er Wein und Kaffee und wurde dann unter Händeschütteln und sich herzlich bedankend nach hinten gebracht.
Der Feind erlitt nach seinen eigenen Angaben in den Tagen bis 5. Juni einschließlich erhebliche Verluste und zwar 7. und 8. Brigade mehr als 3000 Tote und Verwundete, darunter die 7. Brigade 45 Offiziere, 1051 Mann. In einem englischen Buche werden die Verluste sogar mit 7000 Toten und Verwundeten angegeben.“


aus: „Das Grenadier-Regiment „Königin Olga“ (1. Württ.) Nr. 119 im Weltkrieg 1914-1918“, Stuttgart 1927

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