Montag, 19. Dezember 2016

19. Dezember 1916


„Naturgemäß entstand von selbst das Bedürfnis, daß sich die Division unter Aufgabe des Kampfgrabens an günstigerer Stelle eine neue „Winterstellung“ baute, deren Fertig-stellung mit Aufwand aller Kräfte beschleunigt wurde. Erst Anlage von festen, kunstge-rechten Hindernissen, dann gleichzeitiger Beginn der einzelnen Stollen, deren Eingänge schließlich zum zusammenhängenden, verteidigungsfähigen Graben verbunden werden sollten,
Unbedingt die schwerste Aufgabe im ganzen Stellungskrieg trat hierdurch für die nächsten Wochen an die Truppe heran; der ungeheure Materialtransport zum Ausbau nahm sie in einer Weise mit, daß ihre Gefechtskraft zusehends abnahm. Eine Unmenge Fahrzeuge des Großen Trosses mußten herangezogen werden. Auf schlechten, ausgefah-renen, meist zusammengeschossenen Wegen trieben die braven Bagageführer in der Nacht und größtenteils im Artilleriefeuer ihre Pferde vorwärts und schafften Baumate-rial aller Art in den Kampfabschnitt des Regiments. Manchen Weg ersparten sie dadurch ihren todmüden Kameraden, die, nachdem sie drei Tage am Feind gestanden waren, noch die Baukompagnie im Ausbau der rückwärtigen Gräben und Wege unterstützen mußten!.“


aus: „Das Infanterie-Regiment „Alt Württemberg“ (3. Württ.) Nr. 121 im Weltkrieg 1914–1918“ׅ, Stuttgart 1921

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