Mittwoch, 7. Dezember 2016

7. Dezember 1916


„Die Ablösung, die am 6. Dezember begonnen hatte, war am 8. beendet. Rechts vom Regiment lagen die 172er, links die 132er; der Regimentsgefechtsstand befand sich in der Beaumontschlucht. Die Stellung war bei der Übernahme in wenig verteidigungs-fähigem Zustand und gegen die Wirkung der sich täglich verstärkenden Beschießung durch schwere Kaliber konnte bei aller Anspannung der Kräfte auch der Fleiß unserer Schwaben nicht mehr aufkommen. Sie mußten froh sein, wenn es ihnen gelang, die Kameraden aus den häufig verschütteten Stollen wieder auszugraben.
Die Hindernisse waren durchaus unzulänglich; schußsichere Beobachtungsstände fehl-ten; die verschlammten, zum großen Teil eingeschossenen Gräben konnten vielfach nur gebückt passiert werden. Die meisten Unterstände der vorderen Linie, die auf dem nach dem Feinde zu abfallenden Hang lag, waren in die Rückwand des Grabens eingebaut. Die Verbindung nach der zweiten Linie verlief mangels eines eigenen brauchbaren Verbindungsgrabens durch die Stellung der 172er, die Lagerschlucht und den Wohn-graben und nahm über eine Stunde in Anspruch. Bei Nacht ging man über das freie Feld, ohne dadurch wesentlich zu gewinnen, da der Boden Trichter an Trichter aufwies und durch Quellen stark versumpft war, so daß die Leute öfters ihre Stiefel verloren. Streufeuer auf das rückwärtige Gelände und die Gräben erschwerten das Vorbringen von Baustoffen und Kampfmitteln. Mangel an Lichtern legte den Stollenbau fast völlig lahm.
Der sog. Hardaumont-Stützpunkt trug seine Bezeichnung zu Unrecht. Er bestand aus einem teils verschlammten, teils eingeschossenen Graben mit einigen Stollen. Verteidi-gungsanlagen fehlten. Am Hinterhang liegend, hatte er weder Schuß- noch Gesichtsfeld nach der vorderen Linie. Um diesem Übelstand wenigstens einigermaßen abzuhelfen, war südlich des Stützpunktes am Vorderhang der „Zugstollen“ angelegt und mit zwei Gruppen Infanterie und zwei Maschinengewehren unter ausgesuchten Führern besetzt worden.“

aus: „Das 8. Württembergische Infanterie-Regiment Nr. 126 „Großherzog Friedrich von Baden“ im Weltkrieg 1914-1918ׅ, Stuttgart 1929

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