Samstag, 3. Dezember 2016

3. Dezember 1916


„Die Gefechtstätigkeit im Abschnitt war eine ziemlich gleichmäßige. Die beiden Artil-lerien bekämpften sich Tag für Tag mehr oder minder lebhaft; die Infanteriestellungen waren tagsüber wenig unter Artilleriefeuer, desto zahlreicher und ausgedehnter waren nächtliche feindliche Störungsschießen auf das Anmarschgelände und die rückwärtigen Stellungen. Unsere Artillerie war, was Stärke und Munitionsbestände anbelangt, voll-ständig in der Lage, mit der gegnerischen den Kampf mit Aussicht auf Erfolg aufneh-men zu können. Wie schon früher, so übermittelten auch jetzt besondere den Bataillons- und Regimentsstäben beigegebene Artillerie-Verbindungsoffiziere die Wünsche der In-fanterie an die zuständigen Artillerie-Befehlsstellen und leisteten dabei recht befriedi-gende Dienste. Über das Trichterfeld hinweg konnten noch keine schweren Minen-werfer nach vorn in Stellung gebracht werden, dafür zeigten sich eine Anzahl leichter Werfer von den Stützpunkten aus sehr tätig in der Beschießung der vordersten feindli-chen Linie; der Gegner antwortete mit Minen mittleren Kalibers aus Sailly heraus. Die Infanterie verhielt sich während des Tages vollständig ruhig. Soweit es, ohne vom Gegner bemerkt zu werden, möglich war, arbeitete sie an den Stollen und Gräben. Des Nachts aber war alles auf den Beinen; Patrouillen gingen gegen den Feind, Trägertrupps brachten Material, Verpflegung und Munition und Arbeitstruppen des Bereitschafts-bataillons waren eifrig an der Herstellung von Verbindungsgräben beschäftigt. Durch Infanterie- und Maschinengewehr-Streufeuer und Artillerie-Störungsfeuer suchten sich Freund und Feind gegenseitig das nächtliche Tun und Treiben zu erschweren.“


aus: „Das Infanterie-Regiment „Kaiser Wilhelm, König von Preußen“ (2. Württemb.) Nr. 120 im Weltkrieg 1914–1918ׅ, Stuttgart 1922

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