Montag, 17. April 2017

17. April 1917


„Gottlob wurde das Regiment am 13. April wieder in Gegend Vitry zum Divisions-verband herangezogen und bezog in genanntem Ort Unterkunft. Beim Eintreffen war gerade die Bevölkerung, da der Ort bereits im Kampfbereich lag, beim Auswandern. Ein trostloses Bild! Frauen, Kinder, alte Männer schleppten ihr Hab und Gut mühsam her-bei, um es auf Lastkraftwagen oder vom Regiment zur Verfügung gestellte Packwagen zu verladen. Was sie an Lebensmitteln, Wäsche usw. nicht mit sich nehmen konnten, verschenkten oder verkauften sie an die Truppe. Wehklagend sah man die Leute von ihrem gepflegten, liebgewonnenen Besitztum scheiden. Wohl niemals fühlt man die Härte des Krieges schwerer wie in solchen Augenblicken und doch mußte es sein, denn schon gegen Mittag kamen die ersten feindlichen Fliegergeschwader und belegten den Ort mit Bomben. Vollgefüllt von Mannschaften und Kolonnen gab es da und dort schwere Verluste.
Bis zum Abend war das Regiment glücklich wieder vereinigt. Die Bataillone (I. und II.) wurden dem Inf.-Reg. 125 und Gren.-Reg. 119 zur Unterstützung zugeteilt und mit dem Ausbau neuer rückwärtiger Stellungen beschäftigt. Eile und Arbeit tat not, da auch an dieser Stelle der Engländer mit voller Kraftentfaltung auf Douai zustrebte.

aus: „Das Infanterie-Regiment „Alt Württemberg“ (3. Württ.) Nr. 121 im Weltkrieg 1914–1918“ׅ, Stuttgart 1921


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