Dienstag, 13. Oktober 2015

13. Oktober 1915


„Am 12. Oktober, 6 Uhr vormittags, befahl die Division die Fortsetzung der Angriffs-bewegung. Die beiden anderen Bataillone des Regiments – noch immer II. und III. – Traten an und warfen die überall in Büschen und Maisfeldern eingenisteten kleineren Serbenpostierungen zurück. Um 8 Uhr lagen die vordersten Linien in der Höhe des Dorfes Bradarci. Noch immer fühlte man nichts von feindlichen Hauptkräften. Nur einzelne kleine Abteilungen feuerten aus Büschen und Waldstücken und zogen sich beim Herannahen der deutschen Kompanien eilig zurück.
Bis gegen 3 Uhr nachmittags war auf diese Weise das II. und III. Bataillon im ganzen 2 Kilometer weit vorwärts gekommen. Das I. Bataillon folgte als Reserve.
Da plötzlich wurde das feindliche Feuer stärker, Maschinengewehre traten beim Gegner in größerer Zahl auf, die feindliche Artillerie bewarf besonders mit schweren Granaten die vorgehenden Schützen. In den späten Nachmittagsstunden war zu erkennen, daß nunmehr das Regiment sich vor der Hauptstellung der Serben befand. Sie war vor der Front des III. Bataillons (auf dem Höhenkamm) zu einem Erdwerk ausgebaut, das seit längerer Zeit vorbereitet sein mußte.  Das Werk war von starker Infanterie, Maschinen-gewehren und zwei Geschützen besetzt und mit einer doppelten Reihe von Drahthinder-nissen umgeben.
Es war 5 Uhr nachmittags geworden. Ein Angriff ohne starke Artillerievorbereitung versprach keinen Erfolg. Die Kompanien des III. Bataillons lagen auf 300 Meter an dem feindlichen Erdwerk und waren zeitweilig heftigem Feuer ausgesetzt. Leutnant d. R. Möbus fand den Heldentod.
Die Durchführung des Angriffs gegen diese starke Stellung wurde für den 13. Oktober in Aussicht genommen und am Abend des 12. hierzu die näheren Anordnungen getroffen. Vor allem mußte die schwere Artillerie das Erdwerk zerstören. Zwei Kompa-nien des I. Bataillons wurden als Rückhalt für das III. dicht hinter dessen rechten Flügel geschoben.
Zweimal griff der Serbe in der Nacht zum 13. Oktober an. Er näherte sich hierbei bis auf ganz kurze Entfernung den Gräben des Regiments, wurde aber unter Zurücklassung zahlreicher Toter zurückgeworfen.
Am 13. Oktober wartete der Gegner den deutschen Angriff nicht mehr ab, sondern zog sich auf die Stadt Pozarevac zurück. Um 10 Uhr vormittags hatte das III. Bataillon das Erdwerk besetzt. Für die weitere Verfolgung wurde nunmehr von Oberst von Triebig das I. an Stelle des III. Bataillons in die vordere Linie genommen.“


aus: „Das Füsilier-Regiment Kaiser Franz Joseph von Österreich, König von Ungarn (4. württ.) Nr. 122 im Weltkrieg 1914–1918“, Stuttgart 1921

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