Montag, 19. Oktober 2015

19. Oktober 1915


„Die Division setzte am 18. Oktober den Vormarsch geschlossen fort. Den Anfang machte das I. Bataillon, vorsichtig unter dem Schutze eines starken Schützenschleiers zweier Kompagnien zu beiden Seiten der Straße vorgehend. Ihm folgte das III. Bataillon in der Vorhut, das II. Bataillon am Anfang des Gros der Division. Schwächere Postierungen bei Punkt 294 und der Straßengabel 304 wurden glatt überrannt. Nach Überschreiten von Punkt 304 aber schlug dem I. Bataillon stärkeres Infanteriefeuer aus einem Wäldchen südlich 304 zu beiden Seiten der Marschstraße entgegen. Es gab eine Stockung. Um sie möglichst rasch zu beseitigen, trat das III. Bataillon rechts vom I. Bataillon ins Gefecht und eine Batterie der Vorhut nahm den Wald unter Feuer. Als gegen 12 Uhr mittags das II. Bataillon im Begriff stand, sich hinter den rechten Flügel des Regiments zu setzen, wich der Gegner zurück. Den sofort in lichten Schützenlinien auf Guncati zustrebenden Bataillonen konnte das nun einsetzende heftige Schrapnell-feuer wenig anhaben. Noch am gleichen Tage wurde die Höhe 207 östlich Bacevac genommen und Bozdarevac-Ost im Anschluß links an Inf.-Reg. 121 besetzt. Regiment 121 hatte als rechte Seitendeckung der Division am 18. Oktober Becevac und Bozdare-vac-West in Besitz genommen.
Am anderen Tage (19. Oktober hatte das Regiment sich zum weiteren Angriff auf den hinter der Lisovica stehenden Feind bereitzustellen und zwar auf dem nordwestlich Lisovic sich hinziehenden Höhenrücken 203 – 226. Dieser mußte erst erkämpft werden. Der Feind wich aber bald unserm Druck, namentlich infolge einer gewandten Bewegung der 9. Kompagnie gegen seine linke Flanke. Trotz starker Belästigung durch Artillerie hatte das Regiment in den ersten Nachmittagsstunden die steilen Höhen erklommen und stand nun mit dem I. Bataillon in der Mitte, ½II. Bataillon links (Anschluß an Res.-Inf.-Reg. 207), dem III. Bataillon rechts (Anschluß an Gren-Reg. 119) und ½II. Bataillon als Brigadereserve weiter rückwärts in der befohlenen Linie. Eine Verstärkung der Feuerkraft des Regiments durch die beiden M.-G.-Züge 222 und 223 wurde freudig begrüßt. Wie immer nahmen die Kompagnien Sicherungen vor die Front und hielten mit ihren Aufklärern unausgesetzt Fühlung am Feinde.“


aus: „Das Infanterie-Regiment „Kaiser Friedrich, König von Preußen“ (7. Württ.) Nr. 125 im Weltkrieg 1914–1918“ׅ, Stuttgart 1923

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