Dienstag, 6. Oktober 2015

6. Oktober 1915


„Die Reste des Regiments wurden nach den schweren Gefechtstagen Ende September nach kurzer Ruhe in der rückwärtigen Ortsunterkunft Contreuve schon am 6. Oktober wieder in das Kluck-Lager vorgezogen. Am rechten Flügel der 183. Inf.-Brig., welcher das Regiment jetzt unterstellt wurde, war nämlich ein wichtiges Grabenstück an die ihre Angriffe noch immer fortsetzenden Franzosen verloren gegangen und es bestand dort die Gefahr eines Durchbruches und einer Umgehung des eigenen rechten Flügels. Unsere Reserven in diesem Abschnitt waren sehr schwach und so hatte das Regiment zusammen mit Teilen des Inf.-Reg. 184 diesen Graben wieder zu nehmen und den Durchbruch zu verhindern. Hart war die Aufgabe, denn die Erschöpfung nach den vorausgegangenen Kämpfen war ziemlich groß; doch ohne Murren wurde das Befoh-lene, da es dringlich war, ausgeführt.
Am 6. Oktober wurde zunächst die Maschinengewehr-Kompagnie, unter Leutnant Henninger, im heftigen Artilleriefeuer und bei nebligem unsichtigen Wetter in das Kluck-Lager vorgezogen. Ein Zug zu 2 M.-G. ging weiter in das Sachsen-Lager vor, der andere zu 3 M.-G., unter Offizierstellvertreter Seelspeck, ging in das Zähringer Lager vor und löste in Stellung befindliche Maschinengewehre ab. Dieser Zug kam gerade zur rechten Zeit, als nach einer heftigen Artilleriebeschießung eine Kompagnie Franzosen bis in die Nähe des Bataillonsgefechtsstandes durchgebrochen war; er nahm sie so wirksam unter sein Feuer, daß etwa 60 Franzosen tot oder verwundet waren und der Rest sich gefangen gab. Eines unserer Maschinengewehre wurde darauf vorne einge-setzt, die anderen gingen in Reserve.“



aus: „Das Württembergische Reserve-Inf.-Regiment Nr. 122 im Weltkrieg 1914–1918“, Stuttgart 1922

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