Freitag, 22. April 2016

22. April 1916


Der Tod von Hauptmann Geyßel wird in der Regimentsgeschichte des FR 122 nicht erwähnt. Zum fraglichen Zeitraum wird ausgeführt:

„Es war ein wundervolles Land, in dem die Füsiliere „Krieg führten“. Es war fast zu schön, um darin zu kämpfen. Und wohl jeder, der jene Tage in Mazedonien miterlebte, wird nicht ohne Heimwehgefühle an die Zeiten denken, als er noch im Sauwinkel badete, oder am Abend auf dem Dorfplatz in Stojakovo der Regimentsmusik zuhörte, während das Minarett von Pobreg mit seiner abgeschossenen Spitze im letzten Sonnen-gold erglühte, und die „Zypressen von Bogoradica“ in ernstem Schweigen an die feind-lichen Batterien mahnten, die bei der letzten Beschießung die Granaten in eine für sie so sehr bedrohliche Nähe geschickt hatten.
Der Gegner beschoß die Höhe 51, Buschberg und Zwillingsberge jetzt fast regelmäßig. Die Schüsse kamen von einem Panzerzug, der von Karasuli aus auf den vorhandenen Bahnlinien mit einem ziemlich regelmäßigen „Fahrplan“ hin- und herfuhr. Die Mann-schaften legten ihm den schönen Namen „Reisezirkus“ bei. Seine „Vorstellungen“ waren indessen manchmal recht gefährlich.“


aus: „Das Füsilier-Regiment Kaiser Franz Joseph von Österreich, König von Ungarn (4. württ.) Nr. 122 im Weltkrieg 1914–1918“, Stuttgart 1921
Bild: Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Bestand M 708

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