Dienstag, 10. Mai 2016

10. Mai 1916


„Das helle Wetter brachte Flieger, gegen die die Abwehr-Maschinengewehre allent-halben ohne besonderen Erfolg ratterten; die Flieger aber brachten gesteigerte Artillerie-tätigkeit auf dem ganzen Bereich des Regiments. Zu den Granaten und Schrapnells traten die Gasgeschosse, besonders während der Nachtzeit gegen die Bereitschaftslager. Man mußte mit der Gasmaske auf der Brust schlafen und oft genug heulten, in nicht endenwollender Folge, mit steigendem und abschwellendem Singen die Gasgranaten über die Posten weg, um mit leichtem Knall zu bersten. Süßliche, todbringende Phos-genschwaden zogen durch die Luft. Gasalarm! Man knuffte die Schläfer, trat sie, wenn sie nicht erwachen wollten, zog sich die Maske über und döste weiter. Die Posten oben lauerten, schnüffelten vorsichtig aus der Maske heraus, und endlich kam dann auch wohl die Erlösung, endlich konnte man den quälenden Maulkorb wieder abnehmen.“


aus: „Das Württembergische Landw.-Inf.-Regiment Nr. 120 im Weltkrieg 1914–1918“, Stuttgart 1922

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