Samstag, 7. Mai 2016

7. Mai 1915


„Die nächsten vier Wochen – der schöne Monat Mai – gehören zu den anstrengendsten des bisherigen Stellungskrieges. Allmählich war die neue Aufgabe für das XIII. Armeekorps klar: es galt, um Monatswende in den Besitz der Doppelhöhe 60 bei Zillebecke zu kommen, die dem Feind als bester Beobachtungspunkt Einblick in das ganze rückwendige Gelände in den südlichen Teil des Ypernbogens gab. Die nach Nord und Süd weiterlaufenden Stellungen sollten mitgestürmt werden. Zur Vorbereitung zu diesem Angriff mußte die Postenlinie als Sturmstellung weiter ausgebaut werden. Zahlreiche Unterschlüpfe gegen Schrapnellfeuer waren nötig. Für raschen Verkehr zwischen erster und zweiter Linie waren neue Verbindungswege wichtig, auch die Förderbahn bis vor an die wichtigsten Depots bedurfte der Vervollständigung. In jedem der vier Kompagnieabschnitte wurden Sturmdepots zur Aufnahme von Handgranaten, eisernen Portionen usw. angelegt, Baumaterial, Hindernisse, Belagröste, Bretter, Hurden zum Ausbau der neugewonnenen Stellung bereitgelegt, zur Aufnahme von Wasser an bestimmten Stellen Fässer aufgestellt. Ein Bild von dieser Arbeitsleistung kann man sich nur machen, wenn man hört, daß kurz vor dem Angriff 20 000 Handgranaten, 3000 Leuchtpatronen, 200 Sturmleitern, 800 große Spaten, 1000 Wellblechfelder, 60 Äxte, Beile, Hämmer, 400 Bretter und Dielen, 200 Eisenbahnschwellen, Eisenplatten, 200 Rollen Stacheldraht, 50 000 Sandsäcke, 450 Drahtnetzhindenisse, 900 Schraubpfähle, 10 000 Stielhandgranaten und noch vieles andere bereitlagen.“


aus: „Das Infanterie-Regiment „Alt Württemberg“ (3. Württ.) Nr. 121 im Weltkrieg 1914–1918“ׅ, Stuttgart 1921

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