Montag, 9. Mai 2016

9. Mai 1916


„ERNST ZUGMAIER
geboren am 7. März 1895 in Großbottwar
gefallen am 9. Mai 1916 in Flandern

Zugmaier war der Sohn des späteren Gerichtsnotars Zugmaier in Horb. Nach Erledigung der Lateinschule in Horb und des Gymnasiums in Tübingen bezog er im Herbst 1916 die Hochschule Tübingen als Studierender der Medizin. Bei Ausbruch des Krieges meldete er sich sofort beim Feldartillerieregiment 13 in Ulm, kam Ende Dezember ins Feld und wurde einer Infanteriemunitionskolonne zugeteilt. Diese Tätigkeit entsprach nicht seinem Tatendrang; er trat deshalb zum Infanterieregiment 180, dann als Unterof-fizier zum Grenadierregiment 123 über. Im Sommer 1915 verlor er infolge einer teilwei-sen Verschüttung das Gehör, erlangte es aber wieder in einem Reservelazarett in Tübingen durch die operativen Eingriffe des Bundesbruders, Professor Albrecht. Im Oktober 1915 wieder im Feld zurück, gehörte er wieder dem Ulmer Grenadierregiment 123 an und war in den Argonnen, dann an der Yser. Für gute Patrouillengänge erhielt er zweimal vom Bataillon Geldbelohnungen. Am 9. Mai 1916 erhielt er, inzwischen zum Vizefeldwebel befördert, von seinem Hauptmann den Auftrag, zu prüfen, ob das Draht-hindernis um den Graben der Kompagnie herum die vorgeschriebene Dichtigkeit habe. Um dies besser feststellen zu können, trat er auf den Schützenauftritt bis zur Brust ungedeckt. Hierbei wurde er von dem englischen Geschoß tödlich in die Brust getroffen. So hat er für die Erfüllung der ihm gestellten Aufgabe sein Leben einsetzend, den Heldentod fürs Vaterland gefunden. Vier Wochen vorher war er auf einer Patrouillen-unternehmung mit seinem Leutnant Weißinger in schweres Feuer gekommen, hatte mutig und treu bei dem gefallenen Leutnant ausgehalten, bis Hilfe kam und wurde für dieses Verhalten mit der silbernen Militärverdienstmedaille ausgezeichnet. Sein Haupt-mann Oßwald schrieb den Eltern über ihn: „Vor kurzem erst zum Vizefeldwebel befördert, versprach er, ein tüchtiger Offizier zu werden, dessen bei aller Stille und Bescheidenheit doch zielbewußte Persönlichkeit mir ganz besonders sympathisch war. Ich und die Kompagnie werden ihm ein bleibendes gutes Andenken bewahren.“ Zugmaier ist beigesetzt auf dem Friedhof des Regiments Kastelhock bei Kortewilde nördlich Werwick in Flandern.“


aus: „Die Gefallenen der Burschenschaft Germania zu Tübingen, Gedenkschrift für die im Weltkrieg gefallenen Bundesbrüder 1914–1919“, Stuttgart ohne Jahr

Keine Kommentare:

Kommentar posten