Sonntag, 1. Mai 2016

1. Mai 1916


„Der 1. Mai bringt eine besondere Unternehmung gegen die feindliche Stellung. Drei stärkere Patrouillen sollten nach dem Wirkungsschießen der Artillerie in die feindlichen Gräben eindringen, den Gegner feststellen und Beute machen. Von 8.30 bis gegen 10 Uhr abends dauerte die Vorbereitung durch Artillerie und Minenwerfer. Gleich beim Verlassen des eigenen Grabens stießen zwei dieser Patrouillen auf starkes M.-G.-Feuer und kamen nicht weiter, dagegen gelang es dem tapferen Leutnant d. R. Binder der 11. Kompagnie mit ein paar Leuten, darunter seinem Burschen, bis in die feindlichen Gräben einzudringen. Dort saß Mann an Mann der Engländer am Boden, an die vordere Deckung geschmiegt. Es entspann sich ein heftiger Grabenkampf, bei welchem Leut-nant Binder und ein Unteroffizier schwer verwundet wurden. Während es letzterem mit einem Mann noch gelang, wieder aus dem Graben herauszukommen, sah man noch Leutnant Binder, mit erhobener Hand eine Handgranate haltend, zu Boden sinken. Er geriet nach tapferer Gegenwehr in englische Gefangenschaft.“


aus: „Das Infanterie-Regiment „Alt Württemberg“ (3. Württ.) Nr. 121 im Weltkrieg 1914–1918“ׅ, Stuttgart 1921

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