Montag, 20. November 2017

20. November 1917


„Die Kampftätigkeit war gering. Der Gegner war nur an der Straße Schoorbakke – Pervijze zu sehen, sonst verdeckte der Schilf den Ausblick. Die hier gegenüberliegenden Belgier konnten aber an einzelnen Stellen die Laufstege einsehen, man mußte sich dort vorsehen. Im übrigen konnte der Belgier unsere Stellung nur mit Artillerie erreichen und er beschoß meistens gegen Abend die Feldwachen auf den Höfen, die aber dort gute Betonunterstände hatten. Dabei wurden auch manchmal die Laufstege beschädigt. Bis zu ihrer Wiederherstellung durch ein Stegebaukommando mußte dann der Verkehr mit Kähnen aufrechterhalten werden. Dabei kam es auch vor, daß ein Kahn an seichte Stel-len kam, dann mußten die Insassen aussteigen und den Kahn schieben. Die Hauptstel-lung am Kanal bekam selten Feuer. Die Verteidigungslinie lag teils auf dem rechten, teils auf dem linken Ufer. Beide Ufer waren durch zahlreiche Brücken und Stege ver-bunden und für alle Fälle waren noch Kähne und schwimmende Brücken vorhanden. Auf dem Kanal wurden Motorboote der Marine zum Schleppen von Materialkähnen benützt. Das Gelände hinter der Stellung war in der nassen Jahreszeit nur auf Wegen begehbar.“



aus: „Das Württembergische Reserve-Inf.-Regiment Nr. 121 im Weltkrieg 1914–1918“ Stuttgart, 1922

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