Dienstag, 7. November 2017

7. November 1917


„Der Feind beherrschte den Aufstieg zur Paßhöhe mit Feuer. Sie konnte nur durch Umgehung genommen werden. Dem Fachmann für Umgehungen im Gebirge, Ober-leutnant Rommel, mit 1. und 2. Gebirgs-, 1. M. G. K., gab Major Sproesser am 7. November morgens entsprechenden Befehl zur Umgehung im Süden über die vereisten Steilhänge des Col. Cavasso 1516, um der Besatzung des Forcella Clautana in den Rücken zu stoßen. Eine starke Abteilung der 6. Gebirgs-Kompagnie erkletterte den noch steileren Mont La Gialina 1634, um von Norden herumzugreifen, der Vortrupp, 4. Gebirgs- und 3. M. G. K., fassen die Scharte frontal an. Hauptmann Gößler mit 5. und 6. Gebirgs-Kompagnie folgt dem Vortrupp, Major Sproesser mit Stab und Nachrichten-Kompagnie bei Abteilung Gößler; I./26 zur Verfügung des Major Sproesser bei Pecolat. Die Haubitz-Abteilung geht geschützweise gestaffelt dicht oberhalb des von Pecolat hinaufführenden Zickzack-Weges in Feuerstellung und sucht die schwer sichtbaren, gut eingenisteten italienischen M. G. und Geschütze zu fassen. Der Italiener verteidigt sich hartnäckig auf seinen Felskuppen beiderseits des Sattels. 4.30 Uhr nachmittags ist Abteilung Rommel nach hochalpinem, für die Maschinengewehre besonders schwieri-gem Anstieg auf den Kämmen südöstlich der Paßhöhe angelangt, links von der Abtei-lung Gößler, der es nicht gelungen war, mit 4. und 6. Gebirgs-Kompagnie frontal der Paßhöhe sich zu bemächtigen. Die Nacht bricht an. Nunmehr versucht Oberleutnant Rommel nach Feuerüberfall durch 1. M. G.- und 6. Gebirgs-Kompagnie mit 4., 2. und 1. Geb.-Kompagnie die Paßhöhe zu nehmen, aber der Italiener wehrt sich verzweifelt. Um unnötige Verluste zu vermeiden, stellt Oberleutnant Rommel um Mitternacht den Angriff ein und rückt in zweite Linie. Abteilung Gößler bleibt in enger Gefechtsbe-rührung mit dem Feind. Im Morgengrauen ist der Feind verschwunden, die 5. Gebirgs-Kompagnie, verstärkt durch 2 Inf.-Geschütze des I./26, besetzt sofort den Platz und klärt auf in Richtung Caseria Casaventa.“


aus: „Die Geschichte der Württembergischen Gebirgsschützen“ׅ, Stuttgart 1933

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