Samstag, 14. April 2018

14. April 1918


„Am 14. April wurde ein genauer Ablösungsplan für den Regimentsabschnitt ausgege-ben, nachdem die Bataillone in jedem Unterabschnitt je 8 Tage, dann 4 Tage in Reserve eingesetzt waren.
Die Kompagnien sollten jeweils vor Mitternacht, Maschinengewehre, Minenwerfer und Nachrichtenmittel in den frühen Morgenstunden abgelöst werden.
Leutnant Katz, Führer der 10. Kompagnie, wurde gleich in der ersten Nacht verwundet – Hauptmann d. R. Reiff übernahm am 14. die Führung des II. Bataillons.
Die Stellung war sehr ungünstig. Der Brückenkopf konnte bei seiner geringen Tiefe vom Gegner. der die beherrschenden Höhen westlich der Ancre fest in seiner Hand be-halten hatte, überall eingesehen werden. Der breite, sumpfige Ancre-Grund lag als schwer zu überschreitendes Hindernis zwischen den Kampf- und Reservetruppen. Ähn-lich unvollkommen, wie die Lage, war auch der Ausbau der Stellung, wenn man über-haupt von einer Stellung reden konnte. Was vorhanden war, waren Schützenlöcher, die sich die Angriffstruppen in den Stürmen der vorhergehenden Wochen geschaffen hatten.
In altbewährter Weise setzte hier die Arbeit des Regiments mit größtem Nachdruck ein. Mit allen Mitteln wurde der Ausbau der Stellung betrieben. Dem von allen Vorgesetzten anerkannten unermüdlichen Fleiße der Mannschaften, den dauernden Mahnungen alle Führer, angespornt durch den rastlosen Eifer des neuen Regimentskommandeurs, Major Melsheimer, gelang es denn auch bald, in vorderer Linie kleine schmale Gräben und splittersichere Unterstände zu schaffen. Am Bahndamm wurde sofort mit dem Bau von Stollen begonnen, die in großer Menge vorhandenen Hölzer – besonders Eisenbahn-schwellen – wurden von den zu diesem Zweck herangezogenen Handwerkern der Infanterie-Pioniere zu Stollenhölzern zurechtgeschnitten.“


aus: „Das Württembergische Reserve-Inf.-Regiment Nr. 248 im Weltkrieg 1914–1918“, Stuttgart 1924

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