Dienstag, 17. April 2018

17. April 1918



„Da weitere Angriffsabsichten vorerst nicht bestanden, konnte der Abschnitt dünner besetzt werden, ein Bataillon kam zurück in Ruhe in ein Biwak bei Contalmaison. Von rückwärts wurden durch Lastkraftwagen Wäsche und sonstige Bedürfnisse für die Truppe herbeigeholt. Bis jetzt war alles seit 21. März auf den geringen bei der Offensive mitgeführten Troß angewiesen gewesen. Da Wasser in den Biwaks völlig fehlte, so konnte die Wäsche nicht gereinigt werden, selbst wenn sonst die Möglichkeit dazu vorhanden war.  Anderes Wasser als aus Granattrichtern gab es nicht, die von den Engländern angelegte großzügige Wasserversorgung war von ihnen beim Rückzug zerstört worden. Auch mit der Ruhe in dem Biwak bei Contalmaison war es nicht weit her. Der Gegner begann täglich mehr mit weittragenden Geschützen alle rückwärtigen Lager, in erster Linie die von ihm selbst früher gebauten, dann aber auch alle Biwaks zu beschießen. Auch Aveluy kam immer mehr unter Feuer, am 12. April fiel hier durch Volltreffer Leutnant Goenner. Abends und in der Nacht warfen Flieger Bomben auf den Ort und in das Hintergelände. Auch hatten die Engländer bald heraus, wann unsere Feldküchen vorfuhren, sie störten dann sowohl das Vorfahren, wie die Essenausgabe durch Feuerüberfälle, Verluste an Menschen und Pferden waren die Folge. Der Weg Ovillers – Aveluy war oft die reine Hölle, so wurden am 17. April zwei M.-G.-Bedienungen der 2. M.-G.-K.* mit dem Material durch Volltreffer völlig vernichtet.“

aus: „Das Infanterie-Regiment „König Wilhelm I“ (6. Württ.) Nr. 124 im Weltkrieg 1914–1918ׅ, Stuttgart 1921


*Die 2. MGK/IR 124 verzeichnet am 17. April 1918 keine Verluste

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