Freitag, 13. Januar 2017

13. Januar 1917


„Die Zustände in der Stellung waren wieder denkbar schlecht geworden, überall Wasser und Schlamm, eingerutschte Gräben und voll Wasser stehende Stollen. Besonders der Hin- und Rückmarsch zur Ablösung und die Transporte der Stellungsbedürfnisse waren gefürchtet. Da alle Granattrichter bis obenhin voll Wasser standen, war es bei dunkler Nacht gar nicht zu vermeiden, daß die Leute in die Trichter fielen. War sofort Hilfe zur Stelle, war das Unglück, abgesehen von den nassen Kleidern nicht so groß. Es lag aber durchaus im Bereich der Möglichkeit, in einem Granatloch elend zu ertrinken, besonders wenn es sich um Trichter schwerer, mit Verzögerung abgefeuerter Geschosse handelte. Die Anmarschwege waren wohl durch feindwärts abgeblendete rote Laternen kenntlich gemacht, aber wie oft zwangen Feuerüberfälle der Artillerie, von diesem Weg abzuweichen. Ein allgemeiner Kräfterückgang machte sich bemerkbar, ohne die Unter-stützung des III./127 wäre der Einsatz in dieser Stellung nicht so lange ausgehalten worden.“


aus: „Das Infanterie-Regiment „König Wilhelm I“ (6. Württ.) Nr. 124 im Weltkrieg 1914–1918ׅ, Stuttgart 1921

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