Montag, 16. Januar 2017

16. Januar 1917


„Den Schlüsselpunkt der Stellung der Division bildete die Höhe 60, genannt Staufen, die dicht nördlich der Bahnlinie Comines – Ypern liegt. Von hier aus beherrschte Reg. 414 die feindlichen Linien und das Hinter- und Nebengelände in weiter Ausdehnung. Die Artilleriebeobachter konnten von den hochgelegenen Beobachtungsstellen aus das Feuer der schweren Batterien auf das ganze Zwischengelände bis Ypern lenken. Eine beständige Bedrohung für den Gegner waren auch die stark ausgebauten Stützpunkte auf Höhe 59, genannt Waldgreut, die sich in vorderster Linie im mittleren Teil des Abschnitts Essen (Res.-Inf.-Reg. 120) südwestlich der in englischem Besitz befindli-chen Doppelhöhe 60 erhebt. Da man mit einem Angriff auf diese beherrschenden Punkte Staufen und Waldgreut jederzeit zu rechnen hatte, war der Besatzung dauernde, erhöhte Aufmerksamkeit befohlen. Die Wegnahme dieser Höhen hätte ohne weiteres den Fall anschließender Stellungen zur Folge gehabt. Die beiden Linien der ersten Stellung waren mit allen Mitteln ausgebaut und von der Grabenbesatzung, bestehend aus Posten und bereitliegenden Stoßtrupps, besetzt. Daneben bestrichen zahlreiche Maschinengewehre das Vorgelände und die feindlichen Stellungen.
Im Januar war die Artillerietätigkeit des Gegners auf der ganzen Front der Division äußerst rege; häufig lag vor allem auf der zweiten Linie, den Bereitschaftsstellungen und Annäherungswegen schweres Zerstörungsfeuer. Zu ihrer Ausbesserung trafen deshalb am 11. Januar sechs Kompagnien des Res.-Inf.-Reg. 65 ein, welche bis 21. Januar mit dem Ausbau und der Wiederherstellung der Gräben beschäftigt waren.“


aus: „Die 204. (S. W.) Infanterie-Division im Weltkrieg 1914–18“ Stuttgart, 1922

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