Samstag, 14. Januar 2017

14. Januar 1917


„Die Stellung lag zwischen Ransart und Monchy-au-Bois. Hinter der Stellung lagen die Trümmer des Ortes Adinfer und südlich davon der hochgelegene Wald gleichen Namens, von dem aus man eine herrliche Fernsicht hatte. Arras, und bei klarem Wetter sogar die beiden Türme der Kirche von Mont-St. Eloy (20 Kilometer) waren zu sehen. Vor dem Wald lag die zweite Stellung, zeitweise von einzelnen Kompagnien besetzt, dicht dahinter im Wald der Regimentsgefechtsstand, Regimentsstab und Ruhebataillon lagen in Ayette, Gefechtsbagage in Moyenneville, Große Bagage in Riencourt-les Bapaume.
Nach allem, was das Regiment in den letzten Monaten mit- und durchgemacht hatte, war der Aufenthalt in dieser Stellung eine Erholung. Die kommenden Monate verliefen ruhig und ohne nennenswerten Zwischenfall. Rege Patrouillentätigkeit setzte wieder ein, Gefangene wurden eingebracht, wichtige Meldungen über den Gegner gemacht. Die Arbeiten beschränkten sich in der Hauptsache auf die Instandhaltung des Vorhandenen. Nur die Unterstände der Befehlsstellen mußten neu gebaut werden, da die übernom-menen keinerlei Schutz gegen Artilleriefeuer boten. Aus diesem Grunde und wegen ihrer ungünstigen Lage wäre bei einem Angriff die Führung sofort ausgeschaltet gewesen.
Der Gegner war die erste Zeit ruhig. Im Januar 1917 nahm das Artillerie- und besonders das Minenfeuer zu. Recht unangenehm waren die Torpedominen, gegen die selbst der beste Unterstand nichts nützte. Wie bei Beaumont, so minierte der Engländer auch hier, ohne daß von unserer Seite Gegenmaßnahmen getroffen wurden. Es lohnte sich nicht mehr, den Minenkrieg anzufangen. Warum, das sollten wir Ende Februar erfahren.“


aus: „Das Württembergische Reserve-Inf.-Regiment Nr. 121 im Weltkrieg 1914–1918“ Stuttgart, 1922

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