Samstag, 23. Juni 2018

23. Juni 1918



„Am 23. Juni, 12.45 Uhr vormittags, leuchtete der feindliche Horizont blitzartig in grellem Feuerschein auf. Gleich darauf ließ ein Donnerschlag die Stollen und Unter-stände erzittern. Vermischt mit Sprenggranaten rauschten Salven von Gasflaschen über den K 1 des linken Kampfbataillons hinweg und schlugen hinter diesen und im Bahn-damm bei den Bereitschaften ein. Eine dichte, undurchsichtige, süßlich riechende Gaswolke kroch langsam zähe am Boden entlang, in die Gräben und Mulden hinein, in die Unterstände und die Treppen hinab in die Stollen. Der Bahneinschnitt und jede Vertiefung sah aus wie mit weißgrauem Sand gefüllt. Im freien Gelände trieb der kräf-tige Wind die Wolke in langen Schwaden über die deutschen Artilleriestellungen hin-weg ins Hintergelände.“

aus: „Das Füsilier-Regiment Kaiser Franz Joseph von Österreich, König von Ungarn (4. württ.) Nr. 122 im Weltkrieg 1914–1918“, Stuttgart 1921

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