Mittwoch, 27. Juni 2018

27. Juni 1918



„Das Vorgelände war unübersichtlicher geworden. Hohes Getreide hinderte die Aussicht und begünstigte Patrouillengang In der ersten Nacht stießen zweimal feindliche Patrouillen in Zugstärke gegen den linken Flügel der 2. Kompagnie vor, wurden aber mit Handgranaten und M.-G.-Feuer vertrieben. Die feindliche Infanterie trat also schon recht unverschämt auf. Das Artilleriefeuer hatte, was Zahl der Schüsse anbelangt, eher ab- als zugenommen. Die feindlichen Kanoniere wußten jetzt aber genau in unserer Stellung Bescheid und belegten die wichtigsten Punkte reichlich mit Granaten. Vor allem hatten sie auch die Stellung unserer Geschütze heraus. Einzelne Batterien durften gar nicht mehr den Mund auftun, sonst wurden sie derartig mit Feuer belegt, daß die Kanonen aus den Deckungen flogen. Das Gasschießen hatte bedeutend zugenommen. Fast jede Nacht wurde der Ancregrund vergast, und die Ablösungen waren dann bei finsteren Nächten ganz außerordentlich schwierig. Auf die vorderste Linie wurde wenig mit Artillerie geschossen. Dagegen kamen nun häufig Gasminenüberfälle, so daß man dauernd in höchster Gasbereitschaft sein mußte und nachts kaum ein Auge zutun konnte. Das Hintergelände wurde lebhaft mit Fernfeuer belegt, und auch da wußte der Gegner genau, wohin er zu schießen hatte. Mehrmals hat er die Munitionsdepots bei Carnoy, von denen einige in die Luft flogen.“

aus: „Das Württembergische Reserve-Inf.-Regiment Nr. 247 im Weltkrieg 1914–1918“ Stuttgart, 1924

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