Samstag, 11. August 2018

11. August 1918



„Unsere Division hatte Befehl, die Stellung bei Villers les Roye zu halten, der Gegner folgte nur zögernd. 2 Schwadronen kanadischer Kavallerie erschienen vor R. 120, erhielten von demselben überraschend M.-G.- und Gewehrfeuer und galoppierten unter schweren Verlusten in wilder Flucht zurück.
Das war immerhin ein Erfolg. Doch kam auch die üble Nachricht, daß der Troß des Regiments Fliegerbomben erhalten habe; 2 Mann waren dadurch getötet, 1 Offizier, 7 Mann und 10 Pferde verwundet.
Am nächsten Tag, den 11. August, gab der Feind kurzes Trommelfeuer auf unsere Stellung ab, dann griff seine Infanterie an. Es gelang ihm zunächst, an einer Stelle des Regimentsabschnitts einzudringen. Dann aber erfolgte unsererseits ein Gegenstoß, der die Franzosen nicht nur wieder hinauswarf, sondern uns auch 48 Gefangene einbrachte.
Der Gegner versuchte sin Glück noch zweimal, beidemal brach sein Angriff vor unserer Front zusammen, ohne auch nur einen vorübergehenden Erfolg zu ergeben.
Die Verluste des Regiments an diesem Tag betrugen 2 Offiziere und 9 Mann tot, 44 Mann an Verwundeten, dazu vermißt 28 Mann. Das Schlimmste aber bei der Sache war, der Kampfgeist des Regiments ging zurück; Verluste, Erschöpfung und vor allem die seelische Stimmung drückte ihn herunter.“

aus: „Das Württembergische Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 120 im Weltkrieg 1914–1918“, Stuttgart 1920

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