Mittwoch, 22. August 2018

22. August 1918



„In der Nacht vom 21./22. August wurde die Bereitstellung des Gegners erkannt und gemeldet. In dieser Nacht sollte die vordere Linie nur noch mit einer Kompagnie besetzt bleiben, die zweite sollte in die Tiefenzone rücken. Da am 22. Ablösung innerhalb des Regiments geplant war, wurde dieser Befehl nur teilweise ausgeführt, das Bereitschafts-bataillon hatte sich nach vor- und rückwärts tiefer gegliedert. Die Minenwerfer und schweren M.-G. hatte auch das Kampfbataillon zurückgeschickt. Als unsere Artillerie die erkannte Bereitstellung des Gegners unter Vernichtungsfeuer nahm, das teilweise wieder sehr kurz lag, setzte 5.45 Uhr morgens ein überwältigendes Artilleriefeuer des Gegners ein, das bis zur Straße Bray – Fricourt zurückreichte und die Bereitschaften mit voller Wucht traf. Nach kurzer Dauer ging das Feuer in die Feuerwalze über, das Bata-illon Schaidler war verloren. Durchgebrochene Engländer schnitten es ab und nahmen die Überlebenden gefangen. Auch Hauptmann Schaidler, der am 8. August nur mit Mühe und durch großen Zufall der Gefangennahme entgangen war, fiel mit den Resten seines Bataillons in Feindeshand. Auch im Rücken der Bereitschaften erschienen durch-gebrochene Gegner. Auf der Straße von Méaulte fuhr ein Tank an, feindliche M.-G. begannen von rückwärts das Bataillon Bosch zu beschießen. Die 7. Kompagnie unter Leutnant d. R. Maier von den Bereitschaften wurde ebenfalls abgeschnitten und gefan-gen genommen. Der Rest hielt sich eine Stunde und zog sich dann nach erhaltenem Befehl auf den Regimentsgefechtsstand im Pionierlager zurück. Dieser Rückzug wurde ausgeschwärmt im Schritt wie im Frieden ausgeführt. Ein Nebelschwaden hüllte den Tank und die feindlichen M.-G. einen Augenblick ein, das kam den Zurückgehenden zu statten und ermöglichte die Durchführung. Schwere M.-G. deckten den Rückzug, auf diese ritten 2 – 3 Schwadronen englischer Kavallerie an, wurden aber elend zusam-mengeschossen. Leutnant d. R. Schlotterbeck leitete das Feuer, das eine vernichtende Wirkung hatte. Die M.-G.-K. erbeutete von den reiterlos gewordenen Pferden verschie-dene und nahm sie mit zurück. Am Nachmittag unternahm die frisch eingesetzte 25. Inf.-Div. einen Gegenangriff, der aber ohne größeren Erfolg blieb. Die Reste des Regiments sammelten sich im Hammerwald. Es wurden vorerst mal 2 Infanteriekom-pagnien unter Leutnant d. R. Fehleisen und Walter gebildet, die Hauptmann Schneider übernahm.“

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