Freitag, 12. Oktober 2018

12. Oktober 1918



„Auf seinem Bereitstellungsplatz bei der Ville Forêt-Ferme erging am Abend des 8. Oktober an das Regiment der Befehl, sich der Gruppe Maas-Ost zur Verfügung zu stellen. Die Nacht vom 8./9. Oktober verbrachten die Bataillone im Jägerlager, einige Kilometer nördlich der Ville Forêt-Ferme und rückten von dort am folgenden Morgen an den Romagnerücken vor. In kleinen Waldstücken fanden sie dort tagsüber geeignete Aufstellungsplätze. Vor ihnen tobte die Schlacht um die Nordhöhen von Verdun mit aller Macht. Unglaubliche Mengen von Granaten aller Kaliber durchsausten ununter-brochen die Luft, Fliegergeschwader von noch nie gesehener Größe zogen am Himmel kreuz und quer vorüber wie riesige Vogelschwärme. Während der Nacht vom 9./10. Oktober wurden dem Regimentskommandeur nacheinander seine drei Bataillone entzo-gen; sie mußten Lücken ausfüllen, wo solche eben im Verlauf des Schlachttages entstan-den waren. Bei den verschiedensten Regimentern der 15. und 33. Division haben sie fünf Tage lang unter den schwierigsten Verhältnissen getrennt gefochten und ein jedes durfte nach Abschluß der Kämpfe mit vollem Recht die Anerkennung der Gruppe Maas-Ost annehmen. Besonders das I. Bataillon hatte sich durch einen schneidigen Gegen-angriff, der den Deutschen vorübergehend den heiß umstrittenen Haumont-Wald wieder zurückgab, hervorragend ausgezeichnet. Das II. und III. Bataillon hatten Schulter an Schulter mit österreichischen Jägertruppen des Regiments Marschan und preußischen und sächsischen Bataillonen oberhalb von Flabas starke amerikanische Angriffe zum Scheitern gebracht. Der Führer des III. Bataillons, Hauptmann Maisch, wurde in diesem Kampfe schwer verwundet. Der Wunsch der gegnerischen Truppen nach billigen Sie-geslorbeeren fand hier keine Erfüllung. Den geringen Geländegewinn hatten sie mit Verlusten erkaufen müssen, die im Vergleich mit den unsrigen weit höher waren. Für die 120er war dies aber nur ein schwacher Trost, da sich die Lücken in den Reihen der Gegner alsbald wieder schlossen, während sie bei sich von neuem eine Anzahl Front-kameraden hatten scheiden sehen müssen, die unersetzlich waren.“

aus: „Das Infanterie-Regiment „Kaiser Wilhelm, König von Preußen“ (2. Württemb.) Nr. 120 im Weltkrieg 1914–1918ׅ, Stuttgart 1922

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