Dienstag, 30. Oktober 2018

30. Oktober 1918



„Der Feind schien die Absicht zu haben, weitere Opfer an Menschen nunmehr zu spa-ren, denn der in diesen Tagen durch die deutsche Regierung erbetene Waffenstillstand ließ ihn nicht unberechtigterweise hoffen, sein Ziel, die Niederwerfung Deutschlands in Bälde ohne nennenswerte weitere Verluste doch zu erreichen. Dies hinderte ihn aber nicht, uns die Überlegenheit seiner unerschöpflichen Vorräte an Material und Munition zum Bewußtsein zu bringen. Unaufhörlich sausten die Granaten aller Munitionsfabriken der Welt auf unsere Stellungen und französische, englische und amerikanische Chemi-ker hatten Giftgase aller Art fabriziert, die nun noch vor Kriegsende ihre Wirkung an uns zeigen sollten. Nebel- und Rauchbomben verwandelten das ganze Kampfgelände in ein unheimliches Nebelmeer, in dem die Tanks und Panzerwagen, denen wir nichts Ähn-liches entgegenzustellen hatten, plötzlich auftauchten und wie vorweltliche Ungeheuer Tod und Verderben in unsere Reihen spien.“

aus: „Das Württembergische Infanterie-Regiment Nr. 413 im Weltkrieg 1916-1918“, Stuttgart 1936

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