Sonntag, 14. Dezember 2014

14. Dezember 1914



„Kurz vor Gyzice ließen heftiges Infanterie- und Artilleriefeuer den Vormarsch stocken. Das Infanteriefeuer kam aus einer Stellung zu beiden Seiten der Marschstraße westlich Wenzyki Stare. Ohne Zaudern wurden das Gren.-Regiment links, das Regiment 125 (ohne III. Bataillon) rechts der Straße zum Angriff angesetzt. Mit lichten Schützenlinien, deren Verluste aus den Reserven ersetzt wurden, ginge es langsam – man mußte sich unterwegs manchmal in dem offenen Gelände eingraben –, aber doch sicher und zielbewußt dem Gegner auf den Leib. Um 7 Uhr war man im Besitz der feindlichen Gräben, die sofort umgedreht d. h. zur Verteidigung nach Osten brauchbar gemacht wurden. Das war sehr notwendig gewesen, denn die Russen griffen am 14. Dezember noch vor Tagesanbruch in dicken Massen an. Unter schweren Verlusten wurden sie zurückgeschlagen.

Das III. Bataillon hatte am 13. von Pietrow aus vorgehend den Angriff der Grenadiere unterstützt und verblieb bei Nacht im Verbande des Gren.-Regiments auf dessen linkem Flügel, sich dort eingrabend.

Wie gewöhnlich hatte der Russe sich in mehreren Stellungen hintereinander festgesetzt, es galt also am 14. gegen die zweite Linie anzustürmen. Demnach Divisionsbefehl: „Der Angriff wird fortgesetzt.“ Er glückte aber nicht, wie am Tage zuvor, es konnten heute nur geringe Fortschritte gemacht werden, insbesondere deshalb, weil der linke Flügel der Brigade in der Flanke bedroht wurde und das III./125 nach dem Wäldchen westlich Kusawki Front machen mußte.

In den Kämpfen bei Wenzyki Stare fielen am 13. Leutnant d. R. Lempp, am 14. die Leutnants d. R. Aufrecht und Grieble. Immer mehr und mehr schmolz, auch infolge von Verwundung und Erkrankung, die Zahl der Offiziere zusammen, verschiedene Kompagnien mußten schon von Unteroffizieren geführt werden.“

 


aus: „Das Infanterie-Regiment „Kaiser Friedrich, König von Preußen“ (7. Württ.) Nr. 125 im Weltkrieg 1914–1918“, Stuttgart 1927

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