Mittwoch, 3. Dezember 2014

3. Dezember 1914


„Am 3. Dezember soll der allgemeine Angriff gegen den Gegner bei und nördlich Wszeiwy erfolgen. Hierzu wird am frühen Morgen des 3. Dezember  das I. Bataillon links von Regiment 121 am jenseitigen Rand des Wäldchens von Zaluskow (s. Karte 11) in vorderer Linie eingesetzt. Das III. Bataillon gibt die 10. Kompagnie an das II. auf dem rechten Flügel des Infanterie-Regiments 121 zur Verstärkung ab und bleibt im übrigen Brigadereserve.

Der unglückliche Einsatz der 52. Infanterie-Brigade, der vielleicht durch die ungeklärten Verhältnisse beim Feind teilweise bedingt war, brachte es mit sich, daß die beiden Regimenter 121 und 122 schon am 2. Gefechtstag völlig durcheinander gemischt waren. Deshalb mußte am Abend des 3. Dezember eine neue Abschnittseinteilung vorgenommen werden, und zwar in einen nördlichen „Abschnitt von Triebig“, der das I./122, 9./122 und 5./121 umfaßte, und in einen südlichen Abschnitt „von Gais“, mit dem Regiment 121 (ohne 5.), dem II./122 und der 10./122.

Der Gegner lag, wie sich im Laufe des 3. Dezember herausstellte, in einer stark befestigten Stellung Wszeliwy–Zaluskow und nördlich. Seine Artillerie streute alle Ortschaften ab. Dies war unangenehmer als ein planmäßiges Schießen. Eine 12 cm-Granate zerriß in einer Scheuer in Brzyzie die Reitpferde des Regimentskommandeurs und seines Adjudanten.

Die 51. Infanterie-Brigade, die hinter der 52. vormarschiert war, wurde am 3. Dezember nördlich vom Füsilier-Regiment 122 gegen den Feind bei und nördlich Zaluskow eingesetzt. Ein besonderes Detachement unter dem Befehl des Herzogs Ulrich von Württemberg, bestehend aus einem Bataillon 125, einer Batterie 65 und dem Ulanen-Regiment 20, war am frühen Morgen schon nach Jamno vorgegangen, hatte diesen Ort besetzt und die Sicherung der Division gegen die Weichsel übernommen. Es hatte außerdem festgestellt, daß starker Gegner auch bei Ilow stand.

Bis zum 3. Dezember nachmittags war somit eigentlich die ganze 26. Division im Kampf. Rechts stand die 1. Infanterie-Division bei Otolin ebenfalls nicht unbedeutenden feindlichen Kräften gegenüber. Ein umfassender Angriff des bisherigen feindlichen Nordflügels in Gegend Lowicz war also durch Heranführen der russischen Reserven vorerst vereitelt worden. Die nächste Aufgabe der 26. Division war jetzt, den Feind, der sich ihrem Vormarsch entgegengestellt hatte, zu werfen und zwar, wenn irgend möglich, in der für den Gegner besonders ungünstigen südöstlichen Richtung.“



aus: „Das Füsilier-Regiment „Kaiser Franz Joseph von Österreich, König von Ungarn“ (4. württ.) Nr. 122 im Weltkrieg 1914–1918““, Stuttgart 1921

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