Sonntag, 16. Oktober 2016

16. Oktober 1916


„Aus den schweren Kämpfen auf den Höhen um Grandcourt hatte das Regiment gehofft, Ruhe zu finden. Aber die Kriegserklärung Rumäniens zog alle freien Kräfte nach Osten und die Sommeschlacht riß die Heeresreserven im Westen stets aufs neue in ihre wilden Strudel. Notdürftig aufgefüllt wurde die 26. Res.-Division, deren viertes Regiment, das Res.-Inf.-Reg. 121, noch nördlich Beaumont lag, sogleich südlich Arras wieder einge-setzt, um die 12. Inf.-Division abzulösen.
Kaum war das Res.-Reg. 119 in Boiry-St. Martin eingetroffen, erhielt es Befehl, noch im Laufe der Nacht vom 9. auf 10. Oktober das Quartier zu wechseln und die für das Inf.-Reg. 62 bestimmten Orte zu beziehen. Dem I. Batl. wurde Noreuil, dem II. Ecoust-St. Mein und dem III. St. Leger zugewiesen. Morgens 6 Uhr mußte die Straße Bapaume – Arras überschritten sein. Als das I. Bataillon in Noreuil eintraf, fand es den Ort mit Truppen überfüllt und der Ortskommandant wies den eben aus den blutigsten Kämpfen der Sommeschlacht zurückkommenden Truppen offene Hofräume als Biwaksplätze zu. Die Erbitterung von Führern und Truppen war groß. Durch Eingreifen der Division wurden dem Bataillon dann Marquion und Baralle als Quartiere zugewiesen, wohin es anderntags von einer Fuhrparkkolonne befördert wurde. Nach wenigen Tagen Ruhe löste das Regiment in den Nächten vom 15. auf 19. Oktober das Inf.-Reg. 62 in den Stellungen bei Blaireville ab; das I. Bataillon wurde im nördlichen, das II. im mittleren und das III. im südlichen Teile eingesetzt. Der Gegner, der dem Regiment gegenüberlag, verhielt sich im allgemeinen ruhig. Er beschränkte sich auf Feuerüberfälle und schwache nächtliche Patrouillenangriffe, die leicht abgewiesen wurden.“


aus: „Das Württembergische Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 119 im Weltkrieg 1914–1918“, Stuttgart 1920

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