Samstag, 8. Oktober 2016

8. Oktober 1916


„Das Vorfeld der Hilsenfirst-Stellung bot den Patrouillen wieder mehr Bewegungs-freiheit: am 6. Oktober gelang es dem Oberleutnant Rommel mit Freiwilligen seiner 2. Kompagnie, am Nordhang des Latschenköpfle das feindliche Hindernis zu durch-schneiden, in den Graben einzudringen und zwei Unterstände auszuheben. Ohne jeden eigenen Verlust brachte die Patrouille 11 Gefangene von zwei verschiedenen Divisionen mit, ein selten gut geglückter Anschlag, dessen Ergebnis für die höhere Führung außer-ordentlich wertvoll war. Die Vergeltung der Franzosen in Form starken Minenbeschus-ses ließ nicht auf sich warten und die verstärkte Wachsamkeit des beunruhigten Gegners führte zum Mißlingen einer weiteren Unternehmung, die unter Leitung von Oberleut-nant Lieb am sogenannten Zickzackwäldchen geplant war. Am 8. Oktober 1916 drang ein Stoßtrupp unter Führung von Vizefeldwebel* Lövinger, einem der besten Schnee-schuhläufer des Gebirgs-Bataillons, durch das am Vormittag zerschnittene Drahtverhau gegen die Feindstellung vor. Die Franzosen hatten das Unternehmen erkannt, heftiges Infanterie- und M. G.-Feuer, sowie Handgranatenabwehr zwangen die Kühnen zur Umkehr. Von der Spitzengruppe fielen Vizefeldwebel Lövinger, der Gefreite Knöll und der Schütze Staiger. Schwerverletzt geborgen wurden Unteroffizier Röcker, Gefreiter Hezel und Schütze Krail. Weitere 6 Schützen wurden leicht verletzt.“

aus: „Die Geschichte der Württembergischen Gebirgsschützen“ׅ, Stuttgart 1933
Bild: Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Bestand M 708

*Alfred Lövinger wurde mit Patent vom 9. Oktober 1916 zum Leutnant d. R. befördert

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