Mittwoch, 5. Oktober 2016

5. Oktober 1916


„Während drüben über der Ancre mit den Waffen gekämpft wurde, kämpften wir mit dem Schanzzeug in der Hand. Tag für Tag wurden die Stellungen eingeschossen und Nacht für Nacht wurden sie wieder aufgebaut. Wenn der Engländer das Hindernis mit Flachfeuer weggefegt hatte und glaubte, er könne jetzt bald stürmen, so mußte er zu seinem Erstaunen feststellen, daß es über Nacht wieder geflickt worden war. Die rückwärtigen Verbindungen lagen Tag und Nacht unter Feuer. Nach Beaumont konnte man mit Fahrzeugen kaum noch gelangen, die Feldbahnen waren so zerschossen, daß sie nicht mehr instand gesetzt werden konnten. Auf großen Umwegen über Puisieux – au-Mont ging der Verkehr von und nach der Stellung. Verwundete und Kranke mußten oft tagelang warten, bis sie abtransportiert werden konnten.
Ganz schlimm wurde es, als im Oktober der Regen begann. In der trockenen Zeit hielt der durch die fortgesetzte Beschießung vollständig aufgewühlte Boden noch einiger-maßen stand, jetzt begann aber alles zu rutschen und in sich zusammenzufallen.“


aus: „Das Württembergische Reserve-Inf.-Regiment Nr. 121 im Weltkrieg 1914–1918“ Stuttgart, 1922

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