Montag, 17. Oktober 2016

17. Oktober 1916


„Welche Hindernisse der flandrische Boden den pioniertechnischen Arbeiten namentlich bei schlechter Witterung, unter der wir oft zu leiden hatten, wissen wir schon aus den Kämpfen vor Ypern. Die größte Schwierigkeit lag aber darin, daß die Stellung bei Messines keineswegs, wie schon mehrfach angedeutet, die Bezeichnung einer ruhigen Kampffront verdiente. Die Feuertätigkeit des Feindes war unablässig eine sehr starke, ungezählte Schrapnells und Granaten streuten das ganze Gelände des öfteren ab, die vorderen Linien litten hauptsächlich durch schweres Minenfeuer, artilleristische Feuerüberfälle bei Tag und Nacht lagen auf allen Linien und dem Zwischengelände, auch der Regimentsgefechtsstand Nesselhof blieb nicht verschont. Messines, der hervortretendste Punkt der Höhenstellung, zog die schwersten Kaliber geradezu magnetisch auf sich. Hie und da fauchte auch eine Granate weit ins Hintergelände, sogar bis Comines hinein. Zahlreiche Flieger erspähten unsere verwundbarsten Stellen und machten uns das Leben dadurch sauer, daß sie das Feuer der feindlichen Batterien mustergültig auf diese zu lenken wußten. Mit Fliegerbomben wurde besonders Comines bedacht. Nur am 17. Oktober gelang es, durch das Feuer unserer Abwehrgeschütze ein englisches Flugzeug herunterzuholen, es stürzte nicht weit vom Regimentsgefechtsstand ab.
Unsere Verluste waren durchschnittlich höher, als an den Tagen ohne besondere Kampf-handlungen vor Ypern. Am 17. Oktober zerschlug ein Volltreffer einen Holzunterstand in der Ib-Linie. Dieser eine Schuß tötete zehn Mann.“

aus: „Das Infanterie-Regiment „Kaiser Friedrich, König von Preußen“ (7. Württ.) Nr. 125 im Weltkrieg 1914–

1918“ׅ, Stuttgart 1923

Keine Kommentare:

Kommentar posten