Dienstag, 1. November 2016

1. November 1916


„In der Nacht zum 1. November begann die Ablösung des stark geschwächten III. Bataillons durch das II., während das I. Bataillon aus der Bereitschaft in die Reserve-stellung nach Etricourt und Sorel abrückte und in der R 1- und R 2-Stellung durch das III. Bataillon ersetzt wurde. Diese Ablösung gestaltete sich ungemein schwierig und zeitraubend. Durchweichter, tiefer und schlüpfriger Boden, starke Dunkelheit, schwerste Belastung des Mannes und Sperrfeuer wirkten zusammen, daß die Kompagnien des II. Bataillons erst kurz vor Beginn des Angriffs, der auf 6.30 Uhr morgens festgesetzt war, die Stellung erreichten. Die Bereitstellung der Sturmkompagnien litt dazu noch unter Kurzschüssen der eigenen Artillerie, durch die zwei Kompagnieführer verwundet wur-den. Trotzdem konnte der Angriff noch rechtzeitig beginnen; aber ein Erfolg war ihm versagt. Die feindliche Stellung war keineswegs sturmreif; vielmehr empfing der auf-merksame Gegner die Stürmenden mit lebhaftem Gewehr- und M.-G.-Feuer und zwang sie in ihre Gräben zurück. Auch das feindliche Artilleriefeuer nahm an Heftigkeit zu und flaute erst gegen Abend etwas ab. Um 10 Uhr nachts sollte der Angriff erneuert werden; aber bei den unglaublich schwierigen Verkehrsverhältnissen war es unmöglich, bis zu diesem Zeitpunkt alle Anordnungen für den Angriff rechtzeitig zur Ausführung zu bringen, zumal das wenig glückliche Übergreifen der Kommandoverhältnisse von einem Regimentsabschnitt in den andern die Befehlsgebung noch umständlicher und zeitrau-bender gemacht hatte. So kam der Angriff weder bei Inf.-Regt. 132 noch bei 126 in Gang. Er wäre auch mangels jeglicher Vorbereitung und bei der Aufmerksamkeit des Gegners aussichtslos gewesen.“


aus: „Das 8. Württembergische Infanterie-Regiment Nr. 126 „Großherzog Friedrich von Baden“ im Weltkrieg 1914-1918ׅ, Stuttgart 1929

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