Mittwoch, 13. Dezember 2017

13. Dezember 1917


„Anfangs Dezember verstärkte sich die feindliche Feuertätigkeit auffallend. Seitens der Stellungsbataillone des Regiments wurde reger Patrouillengang unterhalten. Es glückte jedoch erst am 13. Dezember, Aufschluß über die gegnerische Kräfteverteilung vor der front zu erhalten. 5 Uhr morgens war eine zehn Mann starke englische Patrouille gegen die von der 6. Kompagnie besetzte Trichterstellung in J Nord vorgestoßen. Die auf Posten befindlichen Landwehrleute Metzger und Wizemann paßten aber gut auf, alarmierten die Grabenbesatzung und eröffneten den Feuerkampf, in dessen Verlauf beide – Wizemann tödlich – verwundet wurden. Der Unteroffizier Widmann der 6./126, der sich gerade mit einer Patrouille im Vorgelände befand, griff rasch entschlossen den Feind in der Flanke an, schlug ihn in die Flucht und brachte einen Mann vom V. Manchester-Bataillon der 42. East-Lancashire-Territorial-Division als Gefangenen zu-rück. Das war sehr wertvoll, weil dadurch die Anwesenheit dieser für die 25. englische Inf.-Division neu eingetroffenen Division vor der südlichen Hälfte des Abschnitts der 39. Inf.-Division bestätigt wurde. Vor der nördlichen Hälfte standen damals, wie durch Patrouillen der 132er und 172er ermittelt worden war, Teile der 2. portugiesischen Division, die gar keine Angriffslust, dafür aber beinahe übergroße Wachsamkeit in ihren Gräben zeigten oder, richtiger gesagt, eine heillose Angst vor den Deutschen hatten.“


aus: „Das 8. Württembergische Infanterie-Regiment Nr. 126 „Großherzog Friedrich von Baden“ im Weltkrieg 1914-1918ׅ, Stuttgart 1929

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