Montag, 18. Dezember 2017

18. Dezember 1917


„In der Nacht vom 16./17. Dezember fällt Neuschnee. Vor Tagesanbruch steigt die Abteilung Füchtner zur Sternkuppe auf. Der Anstieg auf dem steilen, meist gefrorenen, Schneehang ist äußerst schwierig, ohne Steigeisen überhaupt nicht möglich. Abteilung Rommel geht dicht nördlich der Abteilung Füchtner in Stellung. Das Wetter ist dunstig, die Gipfel der Bergkuppen, besonders die Pyramiden-Kuppe, sind ständig im Nebel, so daß die Feuerunterstützung durch Gebirgsgeschütze, Minenwerfer und Maschinenge-wehre von Fontana Secca gegen Solarolo ausfällt. Von 7.30 Uhr vormittags ab Artil-lerie-Vorbereitung; mit Einsetzen des Artilleriefeuers verstärkt der Gegner die Besat-zung seiner vordersten Gräben, insbesondere wird das sogenannte „Nashorn“ 600 m südöstlich Sternkuppe auf Schichtlinie 1400 stark besetzt. Von 10 Uhr vormittags ab feuern feindliche Batterien leichten und mittleren Kalibers aus Richtung Grappa, Spinuccia Südwesthang und Pallone konzentrisch auf die Sternkuppe, gegen die Bat-terien auf Fontana Secca und bei Höhe 1222. 11 Uhr vormittags brechen die Sturm-trupps der Abteilung Füchtner und des Reserve-Jäger-Bataillons 17 gleichzeitig vor. Das Aufrollen der Südostrippe der Sternkuppe durch Abteilung Füchtner geht sehr rasch vonstatten. Binnen kurzem ist die feindliche Stellung bis zum Nashorn in unserer Hand; die feindliche Batterie am Südhang der Sternkuppe zieht sich eiligst zurück. Nunmehr setzt der Feind zum Gegenstoß an; es kommt zum Handgranatenkampf, in dessen Ver-lauf die Unteroffiziere Hellner und Kann der 5. Gebirgs-Kompagnie mit ihren Sturm-trupps und mit leichten M. G. den Feind unter schwersten Verlusten den Abhang hinun-terwerfen. Unteroffizier Hellner fällt, Unteroffizier Kann wird schwer verwundet. Beute: 3 M. G. und 120 Gefangene des Inf.-Rgts. 38 der Brigade Ravenna.
Abteilung Rommel ist gegen Beginn des Angriffs gegen Sternkuppe angestiegen, ver-bleibt jedoch am Nordosthang Sternkuppe auf die Meldung, daß das Reserve-Jäger-Bataillon 17 durch starken Gegenangriff im Sattel nordöstlich Solarolo zurückgeschla-gen worden und in seine Ausgangsstellung zurückgekehrt ist.
Der rechte Flügel der Gruppe Sproesser ist somit gegen Pyramidenkuppe und Solarolo nicht vorwärts gekommen. Nach kurzem Vorstoß der Sturmtruppe setzen gegen Res.-Jäger 17 derart wütende, ohne Rücksicht auf Verluste ausgeführte, durch Flankenfeuer vom Südwesthang Spinuccia her unterstützte italienische Gegenangriffe ein, daß Jäger-Bataillon 17 vollständig damit beschäftigt ist, seine Ausgangsstellung zu halten. Schwe-res Artilleriefeuer liegt auf der Stellung zwischen Sternkuppe und Nashorn. Wiederholte Gegenangriffe der Italiener gegen den Südostrand der Sternkuppe brechen in unserem Feuer zusammen.“


aus: „Die Geschichte der Württembergischen Gebirgsschützen“ׅ, Stuttgart 1933

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