Samstag, 23. Dezember 2017

23. Dezember 1917


„Die Lage war gespannt. Die Abwehrmaßnahmen wurden noch einmal durchgeprüft, Munition in Stellung gebracht, die rückwärtigen Linien mit Lebensmittelreserven für den Großkampf versehen, die Postenaufstellung verstärkt, die Patrouillentätigkeit aufs höchste gesteigert. Dem Gegner sollte alsbald gezeigt werden, daß wir zum Kampfe bereit und gerüstet seien. Die Feuertätigkeit war äußerst lebhaft. Insbesondere aber hatte die deutsche Artillerie die schwere Aufgabe zu lösen, durch starkes Feuer bei Tag und bei Nacht die feindlichen Anlagen, Gräben, Unterstände, Hindernisse, insbesondere aber die größeren Lager und Unterkunftsräume und Anmarschwege zu zerstören bezw. zu beschädigen. Ein starker Artilleriekampf entstand. Vielfach wurde mit Gas (Grün- und Gelbkreuz) gearbeitet. Ein beliebtes Mittel des Hauptmanns v. Rhöneck war, mit starken Feuerüberfällen aller seiner Batterien irgend eine feindliche Anlage zu beschießen. Die Franzosen antworteten in gleicher Weise. Den ganzen Dezember und Januar hindurch hatte deshalb das Landw.-Inf.-Reg. 123 unter der feindlichen Artillerie stark zu leiden. Viele Verluste traten ein.“


aus: „Württembergisches Landw.-Inf.-Regiment Nr. 123 im Weltkrieg 1914–1918“, Stuttgart 1922

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