Sonntag, 3. Dezember 2017

3. Dezember 1917


„Die Trichter, die die Besatzung der vorderen Stellung beherbergten, waren größtenteils mit eisigem Wasser gefüllt, dicht am Trichterrand, oft mit den Füßen darin oder in Schnee und Lehm völlig durchnäßt liegend, lebten viele unserer braven Leute Tag und Nacht. Lattenröste, Holzgestelle und sonstige Behelfsmittel wurden Nacht für Nacht durch Trägerkolonnen nach vorne gebracht, um der Kampftruppe wenigstens etwas Erleichterung zu schaffen. Ein solches Gelände erschwerte natürlich auch eine ein-heitliche Befehlsgebung ungeheuer, und wenn man bedenkt, daß vor der Hauptwider-standslinie in einer Entfernung von durchschnittlich 200 m eine Vorfeldlinie vorgescho-ben war, die nur mit einzelnen, unter sich nicht zusammenhängenden Posten besetzt war, wodurch jeder einzelne Mann beinahe ganz auf sich selbst angewiesen war, eine ungeheure Verantwortung trug, so ist es nicht zu viel gesagt, wenn man jeden einzelnen, der nur kurze Zeit dort war, noch heute als Helden bezeichnen muß. Zu all diesen Schwierigkeiten kam noch das gut geleitete Artilleriefeuer des Engländers, das sich zeitweise zu starken Überfällen steigerte, im übrigen aber vorläufig größere Kampf-handlungen nicht auslöste.“


aus: „Das Württembergische Infanterie-Regiment Nr. 413 im Weltkrieg 1916-1918“, Stuttgart 1936

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