Dienstag, 29. Mai 2018

29. Mai 1918



„Auch am 29. Mai ging der Angriff der 7. Armee und des rechten Flügels der 1. Armee stetig vorwärts. Starke feindliche Kolonnen, die Reims in südlicher Richtung verließen, wurden beobachtet. So befahl 12.20 Uhr nach mittags die Division auch für das Regiment den weiteren Angriff. 2.30 Uhr nachmittags sollte der Vormarsch über Reims auf Maison Blanche an der Straße Reims – Epernay angetreten werden. Artillerie-vorbereitung sollte 1½ Stunden dauern. Das Regiment nahm das I. Bataillon in vor-derste Linie und schob durch Rechtsabmarsch das II. Bataillon in das zweite Treffen, das III. Bataillon blieb Divisionsreserve. Anfänglich ging der Vormarsch glatt; jedoch vor der Linie Pierquin-Ferme – La Neuvillette stieß das I. Bataillon auf so erheblichen Widerstand, daß ohne Mitwirkung starker Artillerie weiteres Vorgehen nicht möglich war. Auch das Nachbarregiment 476 war vor La Neuvillette festgelaufen. Begleit-artillerie stand nicht zur Verfügung. So raffte der Regimentskommandeur alle nur er-reichbaren im Abschnitt befindlichen Batterien zusammen und ließ durch sie Vernich-tungsfeuer auf starke feindliche Stützpunkte legen. Diese lagen an der Kreuzung der Straßen Reims – Brimont und La Neuvillette – Pierquin-Ferme, an letzterer und am Kirchhof La Neuvillette. Gegen Abend ging von der Brigade der Befehl ein, in der er-reichten Linie zu halten. Rasch gliederte sich das Regiment in die Tiefe, um feindlichen Gegenangriffen gewachsen zu sein. Den rechten Teil des Abschnittes übernahm das I. Bataillon, den linken das II. Bataillon, während das dem Regiment wieder unterstellte III. Bataillon in Gegend Rennbahn als Unterstützung bereitgestellt wurde.  Mit dem linken Nachbarregiment, das den Südrand von Bethény erreicht hatte, wurde ebenso wie mit dem rechten vor La Neuvillette Verbindung hergestellt.“

aus: „Das Württembergische Infanterie-Regiment Nr. 475 im Weltkrieg“, Stuttgart 1921

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