Samstag, 18. März 2017

18. März 1917


„Am 17. März gegen Morgen trafen die Bataillone in St. Léger, dem Divisionsquartier der 2. Garde-Res.-Div. ein und schlüpften dort notdürftig unter. Nach kurzem Schlaf wurde man von Pionieren aufgefordert, das Dorf sofort zu verlassen, da es in die Luft gesprengt werden sollte. Wir hatten es nicht so eilig, wie die Pioniere, und machten in Ruhe unsere Morgenwäsche und ließen uns noch unsern Kaffee schmecken.
Im Laufe des Vormittags sammelten sich das I. und II. Bataillon außerhalb des Dorfes. Bei klarem, warmem Frühlingswetter, guter Verpflegung und allerhand Scherzen verbrachten die Bataillone dort den Tag und waren Zeugen der Zerstörung der Ort-schaften St. Léger und Croisilles. Ein Haus nach dem andern stürzte in sich zusammen, Croisilles brannte an mehreren Stellen und besonders eindrucksvoll war es, wie plötz-lich das hochgelegene Schloß (wir würden Villa sagen) in St. Léger in eine dicke Rauchwolke gehüllt wurde, und als der Rauch sich nach einigen Sekunden verzogen hatte, war das Schloß verschwunden.“

aus: „Das Württembergische Reserve-Inf.-Regiment Nr. 121 im Weltkrieg 1914–1918“ Stuttgart, 1922


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